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Fig. 5. Kunstwagen des Äans Kautsch um 1649.
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die schwache Kraft einer Zugfeder berücksichtigt, mehr als unwahrscheinlich. Die anderen Berichterstatter sagen, daß in dem Innern des Wagens Jungen verborgen waren, die ihn drehen mußten. Die Geschwindigkeit betrug nur 1,9 Kilometer in der Stunde. Auch nach der Beschreibung war das Ganze eine prunkvolle Spielerei, kein Nutzfahrzeug.
Das Flugblatt, dem wir die Abbildung (Fig. 5) entnehmen, rühmt, daß der Wagen „also frep gehet, wie er da vor Augen steht, vnd bedarff keiner Vorspannung wie ein ander Wagen, weder von Pferden, Ochsen oder anders, sondern wann man sich darauff seht, vnd nimmt den Stab mit dem Wurmskopff in die Hand, so kan man den Wagen hin lencken wo man wil, aufs die recht und linck Seit, hindersich oder sürsich, Berg oder Thal, wie er dann unterschiedlich mal zu Nürnberg die Vestung hinauff vnd wider herab gefahren. . . vnd ist doch alles von Vhrwerck gemacht, der Wagen ist so gross als eine Landkutschen, . . . vnd kan der Meerdrach Wasser spritzen, die Augen verwenden, die Engel die Possaun auffheben, vnd blasen, der Meerdrach kan Wasser, Bier, Wein, Meht, alles trincken, aber den Meht trinkt er am liebsten, vnd kan auss der Zung geben allerley wolriechende Wasser."
Wahrscheinlich entstand dieser Hautschsche Wagen 1649, also kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Karl Gustav hatte das Fahrzeug wohl in Nürnberg gesehen, denn als er den schwedischen Thron bestieg, kaufte er es an. Eine Nachbildung des Wagens wurde hernach noch an den dänischen König geliefert. Der Zeitgenosse von Hautsch, der Altdorfer Uhrmacher Stephan Farster, baute seinen Wagen von anderen
Fig. 6. Kunstwagen von Stephan Farfler um 1650.
Gesichtspunkten aus wie jener. Farfler war als Krüppel auf die Welt gekommen, so daß er nicht gehen konnte. Darum ersann er ein kleines und leichtes Fahrzeug, um sich darauf fortzubewegen. Hier streifen wir also die Grenze zwischen Automobil, Fahrrad und Krankenstuhl. Tatsache ist, daß seit 1650 Krankenstühle zum Selbstfahren für Podagristen von Nürnberg aus verkauft wurden. Ob aber Farfler oder Hautsch ihr Urheber ist, darüber sind wir nicht unterrichtet. Farsters zweite Konstruktion — die erste hatte drei Räder (Fig. 6) — bewahrt heute noch die Nürnberger Stadtbibliothek auf.
Mit Hautsch und Farfler erreichten die mechanischen Wagen ihre Glanzperiode. Dann verlor man das Interesse an ihnen. Und wenn wir auch noch viele Nachrichten im Laufe der Zeit von ihnen finden, so hatten sie sich bald überlebt. Zwei dieser späteren Wagen wären nur noch erwähnenswert. Der eine gehörte um 1690 einem Arzt Richard in La Röchelte; mit ihm (Fig. 7) fuhr er in die Praxis, der andere (Fig. 8) führte zur Erfindung des Fahrrades. Als nämlich der junge Forstmeister von Drais in Mannheim einen solchen Wagen im Jahre 1813 erbaut hatte und daraufhin ein badisches Privileg nachsuchte, wies man ihn in Karlsruhe mit dem Bescheid ab, daß ein derartiger Wagen kurze Zeit vorher von einem Maler in Durlach erbaut worden sei.
Das ärgerte Drais so sehr, daß Wagen des AZ-s Richard um l>>s», er nicht ruhte und rastete, bis
er „den durch den Jnsitzenden getriebenen Wagen" zu seiner zweirädrigen Draisine vereinfacht hatte. Auf diese Form erhielt er dann am 12. Januar 1818 das ersehnte Patent.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gelangte man auf Grund der Versuche von Guericke, Torricelli,
Bople, Papin und anderen zur Erkenntnis der Spannkraft des Wasserdampfes.
Der Erfinder des Dampfautomobils scheint der berühmte Isaak Newton im Jahre 1663 gewesen zu sein.
Wenigstens machte er von - diesem Jahre bis gegen 1680 Versuche, einen kleinen Wagen, auf dem eine Weingeist- Fig. 8. Tretwerk des ärztlichen Wagens, flamme unter einem Wasserkessel brannte, durch den Rückstoß des ausströmenden Dampfes zu treiben. Primitiv und praktisch gleich undurchführbar, war ein etwas früherer Vorschlag des deutschen Jesuiten Kircher, der ein Wäglein durch die Ausdehnung des abwechselnd erwärmten und gekühlten Quecksilbers beweglich machen wollte.
In die Praxis führte den Dampfstraßenwagen, obschon man jenseit des Kanals den Gedanken zweimal anregte (Saverp 1700 und Robison 1759), ein Franzose, der Artillerieingenieur Cugnot, im Jahre 1769. Er hatte den Kriegsminister für sein Unternehmen interessiert, und der erste Versuch war befriedigend verlaufen. Nur eine Hausecke, das
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