Heft 
(1906) 04
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schätzungsweise je drei Millionen Tieren trennte. Aus allen Teilen eilten jetzt JagdlieLhaber undSkinner" herbei, und binnen vier Jahren war die südliche Herde bis auf wenige Tiere ausgerottet. Mit dem Bau der nördlichen Pacificbahn in den Jahren 1882 bis 1883 erlag auch die nördliche Herde dem gleichen Verhängnis. Zur Zahl der freilebenden Bisons,

^ Wildstiere, ein paar Jahrzehnte später fiel die Art auch in ^ Siebenbürgen und Norddeutschland der Jagdlust zum Opfer.

! Leider dürften aber auch die Tage der Bialowiczer Herde bald gezählt sein, da die unvermeidliche Inzucht erfahrungsgemäß über kurz oder lang Degeneration zur Folge hat.

Gleichsam eine romantische Jagdtierruine", um mit den

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von denen ein Teil im Lustpark in Kolorado und im Dellow- stonepark in Wyoming gehegt wird, kommen noch 930 Tiere in den zoologischen Gärten Amerikas und 114 in denen Europas.

Das Los des Büffels teilt auch der Moschus- oder Bisam ochse, der zur Urzeit den größten Teil Europas be­völkerte, jetzt aber in Herden von ganz geringer Stückzahl nur noch im arktischen Nordamerika und Grönland anzutreffen ist. Die Jäger, vornehmlich der Hudsonbai-Company, die die' zoologischen Museen mit Exemplaren zu versorgen bemüht ist, dürften dem Tiere binnen kurzem den Garaus machen. Wur­den doch im August 1899 im Laufe weniger Tage von zwei derartigen Expeditionen 169 der so seltenen Rinder erlegt.

Bis auf einen in den Hochtälern des Kaukasus zwischen der Laba und Bjelaja wildlebenden kleinen, durch strenges Jagdverbot ge­schützten Trupp, eine im Urwald von Bialowicz

(Russisch- Litauen) sorgfäl­tig gehegte Herde von ungefähr 1000 Stück, ei­nen Bestand von etwa 60 Tieren in dem Fürst Pleß- schen Forst zu Mezerzitz l Ober­schlesien), sowie vereinzelte Exem­plare in ver­schiedenen zoolo­gischen Gärten ist auch der Wisent ausgerottet. Die­ser europäische Vetter des Bi­sons,so von den Polen ein Suber, von den Teutschen ein Bisont oder Damthier, und von den unverstendigen ein Auerox geheissen werden", wie der Freiherr zu Herberstein in seinen Moscouiter wunderbaren Historien" vom Jahre 1567 erklärt, neben dem Ur das Hauptjagdwild unserer Vorfahren, war bis ins 17. Jahrhundert in ganz Nordeuropa weit verbreitet. In Ostpreußen erlegte 1755 ein Wilddieb den letzten dieser

Wildpferde.

Biber.

Brüdern Müller zu reden, fristet auch das abenteuerliche Elchwild heute nur noch in den Waldeinöden Ostpreußens, Litauens, Rußlands und Skandinaviens kümmerlich den Rest seines einst so stolzen Daseins, seines seltsamen Geweihes wegen bis in die letzten Schlupfwinkel verfolgt.

Aus der Reihe des edlen europäischen Jagdwildes ist längst auch schon der Alpensteinbock gestrichen, der heute nur dank dem energischen Eintreten des verstorbenen Königs Viktor Emanuel I. wenigstens in den Savoyer Alpen noch in größeren Rudeln lebt. Aus den Salzburger und Tiroler Alpen, wo er einst ganz daheim war, ist er längst ver­schwunden; im Jahre 1706 wurden hier die letzten Tiere, 5 Böcke und 7 Geißen, erlegt. Nach einem kürzlich ver­öffentlichen Bericht von C. Greve in Dorpat soll der Stein­bock in Tirol aller­dings erst um 1745, in Ober­österreich 1753 ausgerottet wor­den sein. Im Hellbrunner Park,wo die Erz- bischöfevonSalz- burg das Tier künstlich hegten, fiel der schöne Bestand im An­fang des vorigen Jahrhunderts der französischen Soldateska zum Opfer. Nach Er­mittelungen des Zoologen Kraus sollen in Pie­mont heute im­merhin noch gegen 2000 Alpensteinböcke vorhanden sein. Einzelne Tiere sind u. a. in der Schönbrunner Menagerie und im Zoologischen 61 arten zu Berlin.

Nicht viel besser steht es mit den: um seines kostbaren Pelzes willen schonungslos ausgerotteten Biber, der einst ganz Europa vom Mittelländischen Meere bis weit hinauf nach Skandinavien bevölkerte und stellenweise so häufig war, daß