87
l
r
a
1
n
ck
ck
w
r,
re
r-
m
er
nr
r-
es
:s
e-
n-
ur
rd
en
e:r
rst
tch
aß
beispielshalber in Bayern nicht weniger als 00 Orte und Namen von Flußlüufen ihren Ursprung vom Worte „Biber" herleiten. Heute gibt es, zunächst außerhalb Deutschlands, nur noch in einem engbegrenzten Gebiet der Rhone, im südlichen Norwegen und an der Wolga, innerhalb Deutschlands nur noch an der mittleren Elbe ganz vereinzelte Biberbauten. Die Schotten haben versucht, den kanadischen Biber in ihrem Lande heimisch zu machen, und auch bei uns in Deutschland trügt man sich mit dem Gedanken, einen amerikanischen Verwandten unseres Bibers jetzt anzusiedeln.
Die Kunde von der Ausrottung des noch im siebzehnten Jahrhundert in Ostdeutschland und Rußland durchaus nicht seltenen europäischen Wildpserdes verdanken wir dem bekannten russischen Forschungsreisenden Prschewalski. Seit 1876 ist dieses interessante Pferd auch aus den taurischen Steppen, dem letzten Zufluchtsort, verschwunden, und die Ausrottung erfolgte so schnell, daß in keinem Museum weder ein Balg noch ein Skelett des „Tarpan" vorhanden ist. Prschewalski gelang es schließlich, aus Zentralasien eine Tarpanhaut nach Petersburg Zu senden, und die Brüder Grumm-Grschimailo konnten 1889 Nachweisen, daß der „egurw ?r86Ü6nal8Üii" in Herden von 5 bis 15 Stück noch vereinzelt in den wildesten Gegenden Zentralasiens frei lebe. Friedrich Falz-Fein hat
jetzt den Versuch gemacht, in seinem großartigen Tierpark zu Askania-Nova (Südrußland) den Tarpan zu züchten, und diesem hochherzigen Tierfreunde verdankt der Berliner Zoologische Garten ein paar der dem Untergänge geweihten Wild pferde.
Man würde ein dickleibiges Buch füllen können, wollte man das Schicksal aller der nur im letzten Jahrhundert ausgerotteten Tiere aufzeichnen. Wir begnügen uns deshalb, hier nur der bedeutendsten noch in Kürze Zu gedenken.
An ausgerotteten Säugetieren weist im verfloss enen Jahrhundert der Dunkele Erdteil die meisten Opfer aus. Noch an der Schwelle des Jahrhunderts, Ende Moa. 1799, fand der Blau-
-N
bock (Hippotragrw leueopdaench, eine prächtige Pferdeantilopen art, seinen Untergang. Ihm folgte bald das seltsame Stumpi- nashorn (UlunoeeroZ 8nnu8) und etwas später das Quagga iLguu8 guoM), das, noch im achtzehnten Jahrhundert ein Hauptnahrungsmittel der Hottentotten, von den Buren des Felles wegen, aus dem Getreidesücke verfertigt wurden, ausgerottet wurde. In der Kapkolonie wurde das letzte Tier 1870, im Oranjefreistaat zehn Jahre später getötet. Von der ganzen Art sind nur zwei Skelette und ein Schädel in englischen Museen übrig geblieben. Ein anderes afrikanisches Wildpferd, Burchells Zebra lllippoljprw wabellivuch, von den Bauern Transvaals seiner brücken Streifen wegen das „Bonte Quagga" geheißen, ist ein Opfer des Burenkrieges geworden, und auch das eigentliche Zebra, das Bergzebra, soll heute bereits bis auf einzelne Herden zusammengeschmolzen sein. Auf dem Aussterbeetat stehen ferner zweifellos die Giraffe — der Berliner Zoologische Garten hat vor vier Jahren 30 000 Mark für ein Paar bezahlt — das afrikanische Nashorn, der Elefant, von dem einer Statistik zufolge jetzt jährlich rund 50 000 Stück lediglich des Elfenbeins wegen niedergemacht werden, und der Löwe gewisser Gebiete.
Des Aussterbens des Känguruh und der Elefantenrobbe ist oben schon gedacht worden.
Die riesige Robbe, die noch in den fünfziger ! Jahren des ver- ! stoffenen Jahr- ! Hunderts an den ! amerikanischen ! Küsten des Stillen Ozeans ganz allgemein war, ist hier binnen 40 Jahren vollständig ausgerottet worden. Das gleiche Schicksal droht einer Anzahl anderer Meeressäuger: der Mönchsrobbe (Nonaoürw tro- pwa1i8), der pazifischen Form des Walrosses, von der in den Jahren 1870 — 80 gegen 100 000 Stück erlegt wur den, dem See
löwen, der jüngst, weil er angeblich die Fischerei schädigen sollte, von Regierungs wegen an der kalifornischen Künste gänz lich ausgerottet wurde, und dem Seeotter, dessen Balg zu Beginn des vorigen Jahrhunderts mit 400, heute aber bereits mit 2500 Mark bewertet wird.
Eine Liste der im letzten Jahrhundert ausgerotteten Vögel verdanket: wir dem englischen Zoologen Ray-Lankester, der aber ihre Vollständigkeit selbst (leider mit Recht) bezweifelt. Wir führen auch hier nur die bedeutendsten Verluste auf.
Obenan steht der schwarze Emu (vromaorw ater) von der Känguruhinsel im Süden Australiens, der eine ganz eigene Form darstellte. Eine französische Expedition entdeckte seinerzeit das seltene Tier und sandte drei dieser Emu nach Paris. Die Bälge und Skelette dieser drei Tiere sind heut die einzigen
Eulenpapagei.