aus der Erde heben und unter dem Mauerbogen anbringen. Ein Gitter davor verhinderte irgendwelche Beschädigungen des Sarges und der Karlsfigur. So sah de Beatis das Grab des Kaisers.
Der Reliquienschrein mit den Gebeinen Karls des Großen befindet sich noch heute im Domschatz, und aus diesem sogenannten Karlsschrein hat eben Geheimrat Lessing die alten Stoffe geholt.
Die Grabstelle genoß seit der Erhebung durch Barbarossa große Verehrung in der ganzen Christenheit, wie aus einigen aus dem Mittelalter erhaltenen Berichten, so aus einer Schilderung Petrarcas, der im Jahr 1333 in Aachen weilte, und namentlich aus der Tatsache hervorgeht, daß die französischen Könige seit Ludwig XI. das Leichentuch ihres
Vorgängers nach der Krönung in Rheims an das Grab Karls des Großen, den auch sie als ihren Vorfahren betrachteten, sandten. Zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts wurde von einen: Jesuitenpater der Bericht Ademars — des Verfälschers der Chronik Novalese, mit der Beschreibung der Graböffnung im Jahr 1000 durch den Augenzeugen Grafen Lomello — übersetzt (mit tuZurium als Gewölbe) und veröffentlicht. Da der Pater die Beschreibung auf eine einwandfreie Quelle Zurückführen zu können glaubte, wurde sie von ä Beeck verwendet, und er schrieb sie als erster Aachener Geschichtschreiber nieder, indem er ohne weiteres die Mitte des Oktogons als den einzigen Ort bezeichnete, an dem sich ein Gewölbe, die Kaisergruft,
befinden könne. Er fand noch eine Bestätigung für diese Behauptung in einigen weißen Marmorplatten direkt in der
Mitte des Oktogons, die sich von dem sonstigen Bodenbelag im Münster wesentlich unterschieden und ihm deutlich die Stelle anzuzeigen schienen, unter der Karl der Große seine jahrhundertelange Ruhestätte gefunden habe.
Professor Buch- kremer — der jetzt damit beschäftigt ist, alle seine Forschungsergebnisse aufs eingehendste begründet zu einen: großen Werk zu verarbeiten, das der großen Bedeutung der ganzen Angelegenheit wegen allgemeines Interesse finden wird — konnte auch diesen Umstand aufklären I in der Oktogonmitte befand sich von Anfang her der Hauptaltar. Er wurde in: fünfzehnten Jahrhundert, als der große gotische Chor an das Oktogon angebaut worden war, in den neuen Chor versetzt, und nun wurdenatürlicher- weise in der Oktogonmitte wieder der alte karolingische Marmorbelag sichtbar, der sich selbstverständlich von dem jahrhundertelang in Gebrauch gestandenen übrigen Bodenbelag wesentlich unterscheiden mußte.
Zur Zeit der Niederschrift von ä Beecks Geschichtswerk — zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts — kann dieser Umstand leicht schon wieder in Vergessenheit geraten sein. Aus ä Beecks Werk schöpften alle späteren Geschichtschreiber bis auf den heutigen Tag, denn aus Anlaß der jetzigen Entnahme der Leichentücher aus den: Karlsschrein wurde in
Der Karlsschrein (Seitenansicht).
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Stoff mit Sarazenenmuster.
Stoff mit Elefantenmuster.
Der antike Marmorsarkophag
Karls des Großen mit der Darstellung des Naubes der Proserpina.
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