Heft 
(1906) 42
Seite
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aus der Erde heben und unter dem Mauerbogen anbringen. Ein Gitter davor verhinderte irgendwelche Beschädigungen des Sarges und der Karls­figur. So sah de Beatis das Grab des Kaisers.

Der Reliquienschrein mit den Gebeinen Karls des Großen befindet sich noch heute im Domschatz, und aus diesem so­genannten Karlsschrein hat eben Geheimrat Lessing die alten Stoffe geholt.

Die Grabstelle genoß seit der Er­hebung durch Bar­barossa große Ver­ehrung in der ganzen Christenheit, wie aus einigen aus dem Mittelalter erhaltenen Berichten, so aus einer Schilderung Petrarcas, der im Jahr 1333 in Aachen weilte, und namentlich aus der Tatsache hervorgeht, daß die französischen Könige seit Ludwig XI. das Leichentuch ihres

Vorgängers nach der Krönung in Rheims an das Grab Karls des Großen, den auch sie als ihren Vor­fahren betrachte­ten, sandten. Zu Ende des sech­zehnten Jahr­hunderts wurde von einen: Jesu­itenpater der Be­richt Ademars des Verfälschers der Chronik No­valese, mit der Beschreibung der Graböffnung im Jahr 1000 durch den Augenzeugen Grafen Lomello übersetzt (mit tuZurium als Gewölbe) und veröffentlicht. Da der Pater die Beschreibung auf eine einwandfreie Quelle Zurückführen zu können glaubte, wurde sie von ä Beeck verwendet, und er schrieb sie als erster Aachener Geschichtschreiber nieder, indem er ohne weiteres die Mitte des Oktogons als den einzigen Ort bezeichnete, an dem sich ein Gewölbe, die Kaisergruft,

befinden könne. Er fand noch eine Bestätigung für diese Be­hauptung in einigen weißen Marmorplatten direkt in der

Mitte des Oktogons, die sich von dem son­stigen Bodenbelag im Münster wesentlich unterschieden und ihm deutlich die Stelle anzuzeigen schienen, unter der Karl der Große seine jahrhun­dertelange Ruhestätte gefunden habe.

Professor Buch- kremer der jetzt damit beschäftigt ist, alle seine For­schungsergebnisse aufs eingehendste begründet zu einen: großen Werk zu ver­arbeiten, das der großen Bedeutung der ganzen Angelegenheit wegen allgemeines Interesse finden wird konnte auch diesen Umstand aufklären I in der Oktogonmitte befand sich von Anfang her der Hauptaltar. Er wurde in: fünfzehnten Jahr­hundert, als der große gotische Chor an das Ok­togon angebaut worden war, in den neuen Chor versetzt, und nun wurdenatürlicher- weise in der Okto­gonmitte wieder der alte karolin­gische Marmor­belag sichtbar, der sich selbstverständ­lich von dem jahr­hundertelang in Gebrauch gestan­denen übrigen Bodenbelag wesentlich unter­scheiden mußte.

Zur Zeit der Nie­derschrift von ä Beecks Geschichts­werk zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts kann dieser Umstand leicht schon wieder in Vergessenheit geraten sein. Aus ä Beecks Werk schöpften alle späteren Geschichtschreiber bis auf den heutigen Tag, denn aus Anlaß der jetzigen Entnahme der Leichentücher aus den: Karlsschrein wurde in

Der Karlsschrein (Seitenansicht).

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Stoff mit Sarazenenmuster.

Stoff mit Elefantenmuster.

Der antike Marmorsarkophag

Karls des Großen mit der Darstellung des Naubes der Proserpina.

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