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brannte am weißen Himmel, das Meer blitzte im hellsten Lichte. Miguel war in Schweiß gebadet. Das Haar lag ihm feucht auf der Stirn, und das Stück Holz, das vorher weit ins Wasser geschleudert worden war, fiel nun, mit erschlafftem Arm geworfen, nahe am User in das Wasser. — Dncky aber war ganz außer sich vor Freude. Ein solches Vergnügen war ihm nie in seinem Leben geboten worden. In seinen kühnsten Träumen hatte er nicht hoffen dürfen, je einen Menschen zu finden, der einen halben Tag lang mit ihm spielen würde. Nach jedem neuen Wurf stürzte er mit ungeschwächtcr Kraft ins Wasser und wartete, nachdem er das Holz zurückgebracht hatte, mit kaum zu bändigender Ungeduld auf die Fortsetzung des wunderschönen Zeitvertreibs.
„Der Hund wird den Mann tödten," meinte S. gelassen.
Noch eine halbe Stunde ging hin, und dann wandte sich Dom Miguel, ein Bild des Jammers, zu uns, näherte sich schwankenden Schrittes dem Baume, unter dem wir saßen, und siel dort halb ohnmächtig nieder. — Das war das Ende einer Wette, die trotz des geringen Einsatzes aus der ganzen Küste bekannt wurde und deren sich mancher Fremde erinnern wird, der im Jahre 1861 in China gelebt hat. Sie hatte keine üblen Folgen. Dom Miguel, ein kräftiger junger Mann, an ein heißes Klima gewöhnt, erholte sich in wenigen Stunden von der Anstrengung, der er sich unterzogen hatte, und machte mit gewohnter Liebenswürdigkeit die Honneurs seines Diners.
S. verließ uns am folgenden Tage. Bald darauf nahm ich ebenfalls von Macao und Dom Miguel Abschied, um nach Hongkong und von dort nach Shanghai zurückzukehren. — Ich beendete während des drückend heißen Sommers von 1861 die Geschäfte, die mir noch oblagen, und bereitete mich darauf zur Rückreise nach Europa vor. Ich hatte den Chinesen keine der liebenswürdigen Seiten abgewinnen können, die Walsh mir an ihnen gerühmt, und sehnte mich fort ans dem heißen, feuchten Lande, in dem ich in verhältnißmüßig kurzer Zeit einen beträchtlichen Theil meiner guten Laune und auch meiner Gesundheit eingebüßt hatte.
Meine Abschiedsvisiten waren bereits
beendet, und ich überwachte den Boy, der damit beschäftigt war, in meiner Stube aufzuräumen und meine Koffer zu packen, als Thomas Walsh in das Zimmer trat. Er war vor wenigen Stunden von einer langen Reise auf dem Aangtsekiang zurück- gekehrt, und ich hatte ihm noch nicht sagen können, daß ich beabsichtigte, direct nach Europa zurückzukehren. Als er es erfuhr, suchte er mich zu überreden, ans diesen Plan zu verzichten. Er theilte mir mit, daß er soeben ein Dampfschiff von Hongkong nach Nagasacki expedirt habe, das er an die japanische Regierung zu verkaufen hoffe. Bevor er jedoch den Handel abschließe, wolle er auf dem Steamer eine Reise um Japan machen. Er lud mich ein, ihn zu begleiten, und sagte mir, ich könne, wenn ich es wünsche, den „St. Louis" in Nikolajewsk verlassen und von dort über Sibirien nach Europa znrückkehren; oder es stände mir frei, in Yokohama zu landen, wo ich sichere und gute Gelegenheit nach San Francisco finden würde.
Ich ließ mir nicht lange zureden. Mir lag vorläufig nur daran, mich von China zu entfernen. Rußland sowohl wie Amerika waren nur unbekannt, und ich befreundete mich schnell mit dem Gedanken, meine Rückreise über Sibirien oder durch den nordamerikanischen Continent zu bewerkstelligen. Endlich versprach ich mir auch Vergnügen davon, Japan wiederzusehen, das ich vor zwei Jahren, unmittelbar nachdem das Land den Fremden geöffnet worden war, besucht und das mir damals gut gefallen hatte. — Ich versprach Walsh, in Nagasacki ans ihn zu warten; einstweilen trennte ich mich jedoch von ihm, da er noch einige Tage in Shanghai zu thun hatte, während ich die erste Gelegenheit benutzen wollte, um nach Japan zu gehen. Walsh hatte im Lause unseres Gespräches erwähnt, daß ein gutes Segelschiff, der Schoner „C. E. Tilton", am nächsten Tage die Reise nach Nagasacki antreten werde. Ich kannte den Capitän des Schiffes und begab mich unverzüglich zu ihm, um ihn zu fragen, ob in seiner kleinen Kajüte ein Platz für mich frei sei. Er bejahte dies; wir einigten uns schnell über die Paffagebedingun- gen, und am Abend desselben Tages schiffte ich mich an Bord des „C. E. Tilton" ein.