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Jllnstrirte Deutsche Bionatshefte.
von Staat zu Staat betreten, auf welchem inan ja bereits zu so vielen hochwichtigen Resultaten, namentlich aus dem Gebiete des Verkehrs gelangt ist, so dürfte es auch nicht zu schwer sein, gewisse Grundsätze zu vereinbaren, damit neuerlichem ziellosen Hinausgreifen über die naturgemäßen Grenzen, dem Jrrlichteriren vorgebeugt werde, zu welchem sich immer wieder Neigung einfinden wird.
In vielen Punkten würde das für Weltausstellungen Gültige auch auf die Local- und Specialausstellungen Anwendung finden und umgekehrt, wie denn im Allgemeinen die Einflußnahme der Regierungen in beiden Fällen sich in der gleichen Richtung zu bewegen hätte. Es kann nicht die Meinung sein, das Veranstalten von Ausstellungen etwa von einer Concession abhängig zu machen. Wohl aber scheint es überall dringend geboten, solchen keinerlei öffentliche Unterstützung und Förderung zu gewähren, wenn sie nicht gewissen Bedingungen genügen, gewisse Garantien bieten. Es zeigt sich unumgänglich nothwendig, die Kategorien festzustellen und getrennt zu halten, so einerseits Fach-, andererseits Landes- und Localaus- stellnngen. Principiell nicht zu begünstigen wären die „Winkel-Weltausstellungen", überhaupt Unternehmungen ohne klares Programm; und so gut und in noch höherem Maße, als man sich dagegen wehrt, die Kräfte der Industrie durch zu häufige „Weltmärkte" unnöthig und übermäßig anzuspannen, muß man zu verhindern suchen, daß die Jahrmärkte zu Industrieausstellungen aufgeblasen und durch ein planloses, meistens nur einem ungerechtfertigten Ehrgeiz fröhnendes Vorgehen fortwährend Unruhe in die gewerblichen Kreise getragen, dem Schein- und Phrasenwesen Vorschub geleistet werde.
Dies ist auch der Standpunkt, welchen das österreichische Handelsministerium in dieser Frage einuimmt. Schon 1876 erließ es eine Verfügung, welche bestimmt war, die überschäumende Ausstellungslust ein wenig einzudämmen, indem sie die staatliche Subvention an eine Reihe von Bedingungen knüpfte. In einem Jahre sollte womöglich nicht mehr als ein derartiges Unternehmen unterstützt oder doch wenigstens hiervon nur abgegangen
werden, falls die verschiedenen Ausstellungen in verschiedenen, nicht benachbarten Kronländern (Provinzen) stattfänden. Es wurde ferner ein günstiges Votum der Handels- und Gewerbekammer des Bezirks, materielle Unterstützung seitens der Stadtgemeinde, mehrmonatliche Vorbereitung und mindestens vierzehntägige Dauer gefordert, da nicht selten bei Gelegenheit von Volksfesten u. dgl. m. Gewerbeausstellungen improvisirt und für dieselben Subventionen verlangt worden waren. Allein diese Vorkehrungen zeigten sich noch nicht hinreichend. Deshalb ist neuerdings ein förmlicher Actionsplan für das Decennium 1880 bis 1890 ausgestellt worden. In diesem Zeiträume soll in jedem Jahre nur einem Verwaltungsgebiete Staatsunterstützung für eine Landesausstellung gewährt werden, d. h. eine Ausstellung, welche ein Bild der gewerblichen Entwickelung des ganzen Kron- landes zu geben geeignet ist und sich in Zeiträumen von wenigstens zehn Jahren wiederholen soll. Das Programm einer solchen Ausstellung ist mindestens ein Jahr vor deren Beginn der Regierung vorzulegen nebst dem ungefähren Kosten- Überschläge, Mittheilung über die beabsichtigte Zusammensetzung der Jury, Gutachten der Handels- und Gewerbekammer und der Gewerbebehörde erster Instanz. Dadurch wird das Ministerium in die Lage gebracht sein, zu erwägen, welche Garantien die industrielle Bedeutuug des Ortes, dessen geographische Lage, die Qualification der leitenden Körperschaften oder Persönlichkeiten darbieten; sie wird die etwaigen Kosten in das nächstjährige Budget aufnehmen und der zahl- und regellosen Concurreuz und der Zersplitterung der Kräfte einen Riegel vorschieben können. Kleinere, wie Regional-, Local- und Fachausstellungen, sollen immer nur mit Rücksicht auf die Landesausstellungen gefördert werden und in der Regel nur durch Bewilligung von Staatspreisen.
Gewiß wird jeder Freund der Sache diesen Maßnahmen Beifall zollen. Denn je mehr man die Bedeutung des Ansstellungswesens für das Gedeihen der Industrie würdigt, desto entschiedener muß Front gemacht werden gegen den Ausstellungssport.