Heft 
(1881) 295
Seite
91
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Hand und Fuß des Menschen.

Prof. Di'. Alexander Ecker.

Is ist eine bekannte Redeweise,

! von etwas, das geschickt ge- ^ gemacht ist, zu sagen:Das ! Ding hat Hand und Fuß." So läßt Schiller seinen Wallenstein,* nach­dem er den Brief, welchen der schwe­dische Oberst überbracht, gelesen, zu diesem sprechen:

Der Brief hat Hand' und Fuß'- Es ist ein klug, Verständig Haupt, Herr Wränget, dem Ihr dienet."

Unser großer Dichter hat in diesen bei­den Sätzen, indem er aus dem Besitz von Händen und Füßen ans ein kluges Haupt schließt, unbewußt zugleich auch einen wichtigen anatomisch-physiologischen Er- sahrnngssatz ausgesprochen, der dahin lautet: daß der gleichzeitige Besitz von Hand und Fuß in der Thierreihe nur dem mit der höchsten Intelligenz begabten Geschöpf, dem Menschen, zukommt.

Diese Wahrheit auf wissenschaftlichem Wege zur Anschauung zu bringen, die Be­deutung der Werkzeuge, die wir Hand und

* Walleustein's Tod, 1. Act, b. Auftritt.

Fuß nennen, für die Stellung des Men­schen in der Natur in einer allgeniein ver­ständlichen Weise darzustellen, ist die Auf­gabe, die ich in den folgenden Blättern zu lösen versuchen will.

Betrachten wir die Classe der Säuge- thiere, an deren Spitze der Mensch steht, hinsichtlich ihrer Gliedmaßen, so finden wir, daß bei einer großen Anzahl der­selben alle vier Extremitäten, vordere und Hintere, nur dem Stand und Gang dienen, nur Stütz- und Ortsbewegnngsorgane sind. Das Endglied einer Extremität aber, die ^ bloß diesen Zwecken dient, nennen wir ! einen Fuß eine Bezeichnung, die auch auf die Stützen von Gegenständen mensch­licher Arbeit: Tisch, Stuhl, Glas rc. über­gegangen ist, und Thiere, deren vier ^ Extremitäten mit Füßen versehen sind, können wir daher im strengsten Sinne des Wortes Vierfüßer nennen. Solche echte Vierfüßer sind z. B. die Wiederkäuer (Rind, Schaf), die Einhufer (Pferd), Dick­häuter (Schwein) und ein Theil der Raub- thiere.