Heft 
(1881) 295
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Illustrirte Deutsche M onatshefte.

mein freies, sogenanntes Kugelgelenk, mit dem Schulterblatt verbunden ist, aus zwei Knochen des Vorderarmes und aus dem Skelet der Hand, das aus sieben­undzwanzig Knochen zusammengesetzt ist. Wo eine wirkliche Hand vorhanden ist, da sind die beiden Knochen des Vorder­armes, Speiche und Ellenbogenröhre u. », Fig. 4), um einander drehbar, während bei den Thieren, bei welchen die vordere Extremität bloß Stütze und Loeomotionsorgan ist, diese Drehung

zig. o.

Schultergürtel und Vorderbeine des Pserdes, von vorn gesehen,

tV Wirbel. II Rippen. 8 Schulterblatt. (Schlüsselbein sehlt.) 0 Oberarm. V Vorderarm. II Hand.

fehlt, ja beide Knochen häufig mehr oder minder zu einem einzigen verschmolzen sind. Diese Drehung der Vorderarmknochen er­möglicht zugleich die Drehung der Hand selbst um ihre Längsachse. Von den beiden Knochen des Vorderarmes steht nämlich nur das Ellenbogenbein (u) in fester Ver­bindung mit dem Oberarmknochen, und zwar durch ein sogenanntes Schrauben- charniergelenk, welches nur zwei Be­wegungen des Vorderarmes gegen den Oberarm, Beugung und Streckung, ge­stattet. Die Speiche dagegen (>-), unten viel breiter als oben, steht vorzugsweise in Verbindung mit der Hand, so daß diese

allen Bewegungen der Speiche folgen muß, folglich auch ihrer Drehung um das Ellenbogenbein herum. Daß die Dreh­bewegung der Hand durch Drehung der Vorderarmknochen geschieht, kann Jeder ! an sich sofort wahrnehmen, wenn er, wäh­rend er zum Beispiel mit der linken Hand den rechten Vorderarm fest umfaßt, die rechte um ihre Achse zu drehen versucht.

Von den siebenundzwanzig Knochen der eigentlichen Hand gehören vierzehn den

Fig. 7.

Skelet der Hand des Menschen, in die Silhouette eingezcichnct.

V Vorderarm. N, Speiche. N Ellenbogenröhre. 6 Hand Wurzel. N Mittelhand. N Finger.

Fingern, die je drei Glieder besitzen, mit Ausnahme des Daumens, welcher deren nur zwei anfznweisen hat. Von den übri­gen dreizehn Knochen, die sich äußerlich weniger erkennen lassen, sind fünf lauge Röhrenknochen, an deren unterem (distalen) Ende die Finger eingelenkt sind. Von die­sen fünf Knochen sind vier unter einander fester verbunden* und bilden das Skelet der eigentlichen Handplatte (Fig. 7, kl)

* Da an der steletirten Hand die verbindenden Theile fehlen, gewinnt der Laie leicht den Eindruck, als gehörten diese Knochen noch den Fingern an, die daher viel länger erscheinen.