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wie der Wanderer, der aus den Nebeln der Alpenwelt in die magischen Farbentöne des Südens hinabsteigt.
Die Genußfähigkeit des Astronomen für solche Eindrücke nimmt sogar mit der Dauer seiner Beschäftigung zu. Nicht nur wächst ja überhaupt die Intensität der geistigen Genüsse mit dem zunehmenden Reichthum der Gedankenwelt, das heißt mit dem Alter, sondern es ist auch, ^ um die von dem Fernrohr dargebotenen Wahrnehmungen im Himmelsraume ganz würdigen zu können, ein gewisser Grad von Uebung des äußeren und so zu sagen des inneren Gesichtssinnes erforderlich. Erst der Ernst, den keine Mühe bleicht, läßt auch hier den Einzelnen zu den höchsten, mit unseren Mitteln erreichbaren Genüssen der erwähnten Art gelangen.
Hiernach begreift sich denn auch, welcher hohe Grad von Enttäuschung mitunter denjenigen zu Theil wird, welche, von einem tiefen Interesse für die Himmelserscheinungen getrieben, bloß dazu gelangen, bei einem mehr oder weniger flüchtigen Abendbesnch auf einer Sternwarte den Anblick einiger Erscheinungen dieser Art durch ein immerhin bedeutendes Fernrohr zu genießen.
Es ist klar, daß selbst, wenn bei einem solchen ersten oder einzigen Besuche die einzelnen Wahrnehmungen durch unmittelbare Wiederholungen derselben und eingehende Belehrungen seitens eines Fachmannes unterstützt werden, dem weniger geübten Auge Vieles entgehen wird, mitunter sogar der Anblick, den das Fernrohr bietet, seinem wesentlichen Inhalte nach gar nicht zum Verständniß kommen wird.
Bei den meisten Abendbesuchen auf einer Sternwarte verhält es sich aber in dieser Hinsicht noch viel ungünstiger mit deni Umfang und dem Werthe desjenigen, was unter den gegebenen Umständen dem Publikum überhaupt dargeboten wird und dargeboten werden kann.
Es sei gestattet, dies im Anschluß an die aus der Berliner Sternwarte vorliegenden Erfahrungen etwas näher zu erörtern, sodann wenigstens Einiges von demjenigen hervorzuheben, was dem Publikum vou astronomischen Anschauungen unter günstigeren Umständen leicht und sicher dargeboten werden könnte,
che Monatshefte.
endlich einige Ansichten hinsichtlich solcher Einrichtungen darzulegen, durch welche eine Verbesserung des bestehenden Zustandes in dieser Beziehung zu ermöglichen wäre.
Bekanntlich hat die Berliner Sternwarte seit ihrer vor etwa fünfzig Jahren erfolgten Neubegründung sich bestimmungsmäßig bemüht, nicht nur der astronomischen Forschung und den akademischen Lehraufgaben zu dienen, sondern auch innerhalb gewisser Grenzen dem Publikum Berlins den Anblick der Himmelserscheinungen mit bedeutenden optischen Mitteln zu ermöglichen.
Es erschien dies auch als eine Pflicht der Dankbarkeit gegen die allgemein geistigen Interessen, welche unleugbar an der Begründung und Dotirung von Sternwarten einen ebenso erheblichen An- theil haben als die strengeren wissenschaftlichen Gesichtspunkte, wie sich auch aus einer kurzen Recapitulation der Geschichte der Berliner Sternwarte sofort ergiebt.
Bekanntlich datirt die Begründung astronomischer Institutionen in Berlin aus derselben Zeit, dem Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, in welcher Berlin eine Akademie der Wissenschaften erhielt; aber erst im weiteren Verlauf des achtzehnten Jahrhunderts kam eine eigentliche Sternwarte mit etwas entwickelteren instrumentalen und sonstigen Einrichtungen zu Stande, welche innerhalb des bekannten, schon von Friedrich I. erbauten viereckigen Thurmes über dem an die Dorotheenstraße stoßenden königlichen Stallgebäude, auch jetzt noch durch eine Windrose und Wetterfahne gekennzeichnet, eingerichtet wurde. Zwar gab es von Anfang des achtzehnten Jahrhunderts an schon königliche Astronomen zu Berlin. Dieselben entstammten in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts einer Astronomenfamilie, der Familie Kirch, deren Männer und Frauen zu den eifrigsten und geschicktesten Beobachtern ihrer Zeit gehörten. Etwas Aehnliches wie eine Sternwarte war aber anfangs nur auf dem Dache des Hauses Wallstraße Nr.. 72 vorhanden.
Diese kleine Sternwarte, so zu sagen der erste Ausdruck des Interesses der ! Berliner für den Anblick der Himmelser-