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Fontane: Ellern klipp.
Und er zog das Spateneisen wieder ab, that's in die Jagdtasche und ging heim.
Als er über den Hof kam, sah er, daß die Geschirrkammer offen stand und Joost ärgerlich und brummend in ihr nmher- snchte: „Wihr man nn wedder hier mang west is! Diß oll Diebstüg. Un man blot dat Isen. Dat hebbens mitnoah- men, un de oll höltern Krück hebbens mi stoahn loaten."
Baltzer that, als höre er nicht, und ging in seine Stube. Hier hing er die Tasche, statt an den Rechen draußen, in seinen Schrank und schloß zu. Den anderen Tag aber wollte er das Spateneisen wieder an seinen Platz bringen.
Und nun ging er auf und ab und malte sich Bilder über Bilder in die Zukunft hinein. Aber er dachte auch jetzt noch ein gut Theil weniger an seine That als an sein eigen Elend. Es war ihm unerträglich, daß er nicht mehr geradeaus sehen und immer nur schweigen und horchen und auf der Lauer liegen sollte. „Ei, Haidereiter, das ist dein Leben nun! Immer in Bangen und immer in Lüge; rastlos und ruhelos, und so bis zuletzt."
Und er schlug sich mit der Faust vor die Stirn und sah nach dem Gewehr hin und wollte darauf zuschreiten. Aber die Kraft seiner Natur war erschöpft, und er brach zusammen. Und als Griffel und Hilde gleich danach m die Stube traten, lag er ohnmächtig am Boden. Hilde glaubte nicht anders, als daß er todt sei; Griffel aber sah, daß er noch Leben habe, und schickte zum alten „Kamm-Melcher".
„Es ist vom Blut, Vater Melcher. Ihr müßt ihn: die Ader schlagen."
Der aber schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, 's ist ein Fieber. Und wir dür- fen's nicht stören. Er muß Ruhe haben und Luft und Schlaf, oder er stirbt."
Und sie brachten ihn ins Bett, und Melcher wachte die Nacht und hörte die Phantasien des Kranken.
Am anderen Tage aber kam der Jlse- burger Doctor, und Griffel versagte sich's nicht, aus Melcher und seinen Eigensinn zn schelten. „Und wenn er stirbt, so hat er ihn ans dem Gewissen."
„Er hat ihn gerettet," sagte der alte Doctor. „Ein Tropfen Blut, und es war vorbei."
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Es war nun wieder Herbst, der dritte, seitdem Baltzer Bocholt in seine schwere Krankheit gefallen war, und die Berglehnen hüben und drüben standen wieder in Roth und Gelb, und die Sommerfäden zogen wieder, und der Rauch aus den Häusern und Hütten stieg geradeaus in die klare, stille Luft.
Es hatte sich nichts geändert im Thal, am wenigsten oben auf dem Schloß, und die Beamten und Verwalter kamen alle Freitage nach wie vor zum Rapport, und das Feuer brannte nach wie vor in der Halle, bei Winter- und Sommerzeit. Auch die schwarze Wittwcnhanbe der Gräfin hatte noch dieselbe tiefe Schnebbe wie vordem, und nur ihr Haar, das unter der Haube hervorsah, war um ein Weniges weißer und spärlicher geworden.
Und wie die Gräfin oben auf dem Schloß, so Sörgel unten in seiner Pfarre, der nach wie vor zur Lust und Erbauung seiner Emmeroder predigte, trotzdem er nahe an achtzig war. Und wenn er so Sonntags auf seiner Kanzel stand und den Schwindel kommen fühlte, daran er seit Jahren litt, so wußte er rasch ein Ende zu finden lind sagte nur: „Der Friede Gottes, der besser ist als alle Vernunft, sei mit euch Allen!" und gab nach der Orgel hin ein Zeichen. Und ehe eine Minute vorüber war, sang die Gemeinde ihren letzten Vers, und war Keiner unter ihnen, der an dem Predigtabbruch einen ernstlichen Anstoß