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der Stallthür nieder. Und in der Nacht sprach er wieder irr, und Alle glaubten, daß er einen Rückfall in die schwere Krankheit haben werde. Doch er überwand es, und eine Woche später ging er wieder in den Wald und hatte seinen Muth und seine Farbe wieder; nur dem Melcher Harms wich er aus, weil es bei ihm seststand, er habe es ihm zeigen wollen. Darin aber ging er fehl. Alles war Zufall gewesen (wenn es einen Zufall giebt), und nur in dem Einen traf er's, daß der Alte, so wenig er einen bestimmten Beweis in Händen hatte, vor sich selber fest überzeugt war: der Haidereiter wisse nicht bloß um Martin's Tod, sondern sei schuld daran.
Unter allen Umständen aber war es von dem Tage an, daß Baltzer Bocholt erklärt hatte, den Melcher Harms in seinem Hanse nicht mehr sehen zu wollen. Ja, sein Groll war weiter gegangen und hatte von Hilde gefordert, daß sie die Freundschaft mit ihm fallen lasse. Das passe sich nicht für sie. Die Gräfin oben, die dürfe das. Aber eines Haidereiters Frau, die müsse sich in ihrem Stand halten und dürfe nicht Freundschaft haben mit einem Schäfer.
Und Hilde widersprach nicht und unterwarf sich in Allem.
Als aber das Kind kam und kränkelte, da schickte sie doch die Griffel heimlich hinaus und ließ fragen, und als es immer schlimmer ward und auch der Species und der große Mansfelder Thaler auf der Herzgrube nicht mehr helfen wollten, da faßte sie sich ein Herz und stieg selber hinauf auf die Sieben-Morgen und brachte dem Alten oben das Kind, daß er sähe, was es sei. Und er legte sein Ohr an die Brust des Kindes und behorchte den Athen: und wie das Herz ging. Und dann gab er es ihr zurück und sagte: „Ja, Hilde, das Kind ist krank."
„Ach, was ist es? Ihr seid so klug, !
Lllcrnklipp.
Melcher Harms. Macht es mir wieder gesund. Ihr kennt alle Kräuter und habt so viele Mittel und Sprüche. Helft ihm doch. Seht, es ist mein Ein und Alles. Und wenn es stirbt, so habe ich nichts mehr. Denn ich werde kein anderes haben. Und ich will auch kein anderes; nein, nein! Ach, weiß es Gott, ich habe mir auch dieses nicht gewünscht. Aber nun ist es da und sieht mich immer so still und so traurig an, und nun möcht' ich doch, es bliebe mir. Und ist mir mehr werth als die ganze Welt. Und mir ist, als lebt' ich nur noch, daß ich ihm mit Thränen und Küssen den Blick fortschaffe. Ja, das möcht' ich, Melcher Harms. Und daß es mal lächelt und ohne Klag' und Vorwurf. Und ist mir gleich, ob Ihr ihm Kräuter gebt oder ob Ihr es besprecht. Ich will nur, daß es lebt und nicht mehr so traurig sieht."
Er hatte der jungen Frau Hand genommen und sagte: „Was ich wußte, Hilde, das Hab' ich gesagt. Und da Hilst kein Kraut, von dem ich weiß."
„Ach, so betet es gesund."
Er schüttelte den Kopf. „Du bist noch jung. Wer aber alt ist, der weiß, mit dem Beten ist es ein eigen Ding und ist nicht wohlgethan, es eigensinnig von Gott abringen zu wollen. Er willfahrt uns, denn das Gebet ist mächtig mitunter, aber er thut es widerwillig, und ich habe noch keinen Segen davon gesehen. Und darum mag ich's nicht. Und ist was Gewaltsames dabei. Nein, Hilde, laß es Aber irdisch Wissen und irdische Mittel, die sind erlaubt, und so rath' ich dir, versuch' es mit dem alten Schliephake drüben und fahr' hinüber nach Jlseburg. Der ist klug und hat deinen Mann ans der großen Krankheit wieder aufgebracht. Und wenn wer helfen kann, so wird der helfen. Aber du mußt dich eilen und deinem Mann nicht sagen, daß ich dir's ge- ! rathen habe, sonst sagt er nein. Denn er