Heft 
(1881) 297
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Jllustrirtc Dcutlche Monatshcftc.

mißtraut mir und glaubt, daß ich Uebles! gegen ihn im Schilde führe. Darum ^ neun' ihm meinen Namen nicht... Du bist ja 'ne Frau und wirst dir zu helfen! wissen."

Und sie versprach es lächelnd und ging. Und der Alte sah ihr nach. Aber es war die Hilde nicht mehr, die, die Butte aus dem Kopf und die rechte Hand in die Seite gestemmt, ans die Sieben- Morgen hinanfgestiegen war.

Elend war sie, elend und lebensmüde wie das Kind, das sie weinend an ihrem Busen barg.

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Hiloe that nach des alten Melchers Rath, und es vergingen nicht drei Tage, so hielt der kleine Jagdwagen vor der Treppe des Hauses, und Hilde stieg auf und ließ sich das Kind reichen, das heute das Köpfchen fast verdrießlich in die Kissen barg. Es war, als ob es wisse, was ihm diese Fahrt bedeute. Zuletzt erschien auch der Haidereiter, schwang sich über das Rad weg auf den Vordersitz hinauf und nahm die Leinen aus Joost's Hand, der schon vorher das Büchsgewehr in den anderen Eckplatz gestellt hatte. Denn in Jlsebnrg war Freischießen, und Baltzer, der seit Jahr und Tag nicht hinüber­gekommen war, wollte mal wieder mit dabei sein.

Und nun zogen die Pferde an, und Griffel, die dem Fuhrwerke nachsah, sagte zu Joost:Oll Schliephake... Klook ,is he... Awers wat helpt et? He wahrd ook nich veel nt em moaken."

Worüm fall he nich?"

Wiel uns' Lütt utgeiht as 'n Licht... Un weetst, wat ick disse Nacht stehn heww?"

Nei. Wohier satt ick?" antwortete Joost.

,,'n Sarch wier et.. . Un stunn npp unsen Floor."

Un wihr leeg in?"

Ick künn et nich recht siehn. Een Witt Doog leeg dröver, un ick glöw', et wihr de Lütt... Un denn wihr et ook wedder so grot."

Se seggen joa, dat bedüt' ümmer wat Goods."

Joa, vor twelven."

Und während sie so sprachen, fuhr der Wagen durchs Dorf und alsbald an einer hohen, etwas zurücktretenden Berglehne hin, über deren Tannenwald ein bläu­licher Nebel lag. Aber zur anderen Seite der Straße dehnte sich Alles in klarer Luft: Brach- und Stoppelfelder und da­zwischen ein paar verspätete Haferstreifen. Und wo das Feld inmitten des Flachlandes leise wieder anstieg, standen ein paar Burgtrümmer und Schindelthürme.

Die Bocholt'schen Eheleute sprachen nicht. Baltzer hatte mit den Pferden zu thun, die seit ein paar Tagen nicht herans- ^ gekommen waren, und Hilde sah ans das > Kind und mühte sich, ihm ein Lächeln ab- ^ zugewinneu. Umsonst, es wollte nicht ^ lächeln und wandte sich unwirsch ab, als ! es merkte, daß es sich durchaus freuen solle. So ging es unter den schwer tragenden Apfelbäumen hin, die von links und rechts her den Weg einsaßten und Hilden ein- ! mal über das andere mit einer Zweig- i spitze streiften. Einmal griff sie danach,

! riß einen Apfel ab und hielt ihn dem I Kinde hin. Und sieh, es lächelte und streckte die Hand danach. Und nun j lächelte auch Hilde.

! So ging die Fahrt, und als sie den ! halben Weg hatten und den Berg hinauf ^ waren, der hinter einem der alten Kloster- ^ dörfer ansteigt, sahen sie das schöne Jlse- ! bürg mit seinem Thurm und seinem I Schlosse vor sich liegen, und an einem ! ansgestorbenen Kirchhof entlang, über dessen eingefallene Gräber hin eine ganze Wildniß von Hollunder und Hagebntten- ! stränchern wuchs, fuhren sie durch ein