Heft 
(1881) 298
Seite
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Illu st riete D e u t s

ein Meteor am Nachthimmel ist Sesostris anfgeblitzt und fast dreitausend Jahre nach ihm Timnr.

Die Fülle der Erscheinungen, die sich an dies Land drängt, müßte längst, wie man meinen sollte, zur genauesten Durch­forschung und Beschreibung jeder übrig­gebliebenen Spur menschlicher Thätigkeit geführt haben, und dennoch haben sich bis jetzt fast alle Forschungen nur um den Rand des Gebirges bewegt. Das Kybele- (vntAo Niobe-)Bild bei Magnesia liegt, vom Bergesfuße sichtbar, nur 300 bis 400 Fuß hoch; am Südfuße am Meere fand Texier Alt-Smyrna, Naulochos und die Nekrvpolis, an welche Funde er so berühmte Namen knüpfte, daß das größte Grab der Nekropolis wohl noch lange Nombsrrn äs 4'antnls heißen wird. Um seine durchaus fehlerhaften Pläne zu er­setzen, nahm Herr Oberst Regelt) im Jahre 1871 einen richtigen Plan dieses Theiles auf, den Prof. Di-. G. Hirschseld in E. Curtins'Beiträgen zur Topographie Kleinasiens" archäologisch behandelte. Die Küstenkarte der englischen Admiralität ent­hält zwar den ganzen westlichen Theil des Gebirges, benennt auch eineu kleinen See hoch oben:See des Tantalus", befaßte sich aber wenig mit Aufnahme antiker Reste,-denn die von Herrn G. Weber in Smyrna in dem Jahresbericht 1879,80 der evangelischen Schule in Pergamon gemach­ten Mittheilnngen:Das Heiligthum der Kybele und der Thron des Pelops", haben, obschon in dem Terrain dieser Karte lie­gend, doch keine Erwähnung gefunden. Die von Burnabat nach Magnesia über das Gebirge führende Straße ist mehrfach beritten worden, ohne archäologische Aus­beute zu ergeben. Oestlich dieser Straße im Hochgebirge sollen nach der Mitthei- lnng von Hirten und Jägern sich einige alte Felsenschlösser und ein See (der dritte auf dem Gebirge) finden. In Details wird immer noch Vieles zu erforschen sein.

Dem Geographen ist es bequem, und in Ermangelung alter Einzelnamen hat er auch eine gewisse Berechtigung, das ganze GebirgeSipylos" zu benennen. Die heutigen Umwohner haben für die drei Gruppen, aus denen der Gebirgszug sich zusammensetzt und die jede einen ganz verschiedenen Charakter tragen, drei ver­schiedene Namen.

ch e Monatsheft e.

Der westliche Theil, Jamanlar-dagh (offenes, leeres Gebirge oder auch Ge­spensterberg) genannt, ist in seiner Grund­form mit einem aufgeschlagenen Fächer verglichen worden. In der That laufen von einer über 3000 Fuß hohen Spitze nach Norden, nach Westen und ans Meer nach Süden strahlenförmige, allmälig sich senkende Ausläufer hernieder, mit rund­lichem Rücken, von fern wie ein in seiner Gesammtheit sich hebendes Hügelland er­scheinend. An den obersten Berglehnen sieht man von Smyrna aus dunkle Fichten­wälder, sonst sind die Rücken kahl; in den Thälern aber liegen mehrere Dörfer und ihre Thalsohle ist häufig angebaut. Der Gesammtton ist ein braungelber. An dem Südfuße herrscht ein braungrauer Trachyt vor und ein etwas hellerer Trachyt-Tuff; in höheren Lagen bricht der rothe Granit durch, durchsetzt von Sandlagern, und giebt somit der in Smyrna herrschenden Sage, daß der Sand dieses Gebirges Goldkörner führe, eine geologische Be­gründung. Im Westen decken jüngere Schichten die Ausläufer, und Eisenstein und Kreide geben Farbenabstusungen von Weiß bis Dunkelroth. Nach Norden gegen den Hermus- zu hat das Gebirge mehr ein felsiges Gepräge und der Trachyt macht sich wieder geltend. In diesem Theile liegt Alt-Smyrna, liegen in dem hinter Cordelio mündenden Thale, ober­halb des Dorfes Saköi, die vorhin er­wähnten, von G. Weber beschriebenen Alterthümer. Unmittelbar beim Dorfe Emir-alem fand ich vor Jahren Felsen­gräber; es sind 1 bis 2 Fuß tiefe vier­eckige Tröge von Mannslänge in den platten Fels gearbeitet, ohne Deckel. In der Hermusschlucht findet sich eine alte Felsenburg, wie mir wiederholt mitgetheilt wurde, doch ist sie noch von Niemandem besucht, der sie hätte beschreiben können. Von anderen Werken der Menschenhand ist in diesem Theile bis jetzt nichts bekannt.

In der Mitte des Gebirgszuges er­hebt sich knoteuartig ein anderer Rücken, Sabandja-beli genannt. Einsenknngen trennen ihn vom Jamanlar-dagh und vom dritten Theile, dem Manissa-dagh (Magnesiagebirge). Durch die letztere führt der Weg von Burnabat nach Mag­nesia. Hier herrscht der blaue Schiefer vor, vielfach durchsetzt mit Marmoradern;