— 171—
geliſche Lehre Aufnahme gefunden hatte, geht aus den Kirchen Rechnungsbuͤchern bei der St. Nicolaikirche hervor‘), aus welchen man erſieht, daß ſchon ſeit 1527 das Abendmahl von einem Theile der Bewohner unter beiderlei Geſtalt genoſſen wurde: nach Joachims J. Tode nahm die Zuneigung fuͤr das Lutherthum immer mehr hier zu, zumal da die ſtreng-evangeliſch geſinnte Kurfuͤrſtin Mutter ihren Wittwenſitz in dieſer Stadt erhielt. Der Rath Spandau's war mit Melanchthon ſo befreundet, daß ſich derſelbe nicht nur 1535 daſelbſt mehrere Wochen aufhielt, ſondern daß demſelben auch in dieſem und den folgenden Jahren allerlei Geſchenke nach Wittenberg uͤbermacht wurden). In Berlin war auch ſchon zu Anfang des Jahres 1537 ein evange— liſcher Prediger, Johann Badereſch, aus Pommern, wie man aus folgender Verpflichtung deſſelben erſieht:„Ich Er Johann Badereske bekenne oͤffentlich mit dieſer meiner gegenwaͤrttigen Handſchrift, daß mir ein Ehrſam Rath to Coͤlln het belenet, erſt umme Gots willen und ock ut ſunderlicher Gunſt, mit enem Beneficio in S. Peters Kirche belegen, welches Er Carl Moo— ler feel, vorhen en beſitter geweſen, und darumme dorch E. E. Raths antragend und vorgewend bewilliget hebbe, dat ich dat Beniſicium kenerle wiße wil permuteren, oder einen andern on E. E. Rads weten und Willen, in de Hand ſtellen, ſondern perſohnl. ſuͤlweſt mye levelanck in Gebruck beholden, und ſo ick ock ut den Lande durch min egne vernehmet thee wolden, ock dat Beneſicium enen E. Rade wedder to vorantwortten, und ſo ick nicht in unſers G. H. C. Denſte lenger bluv, wil ick der Stadt von Coͤlln ock in dem Predigt-Amt, ſo verne ick geſunt bin, und ein Rad nicht mit einen andern Prediger verſorget were, gerne und willig alße wo vor mit Vlite Dhenen. Des to groter Tuͤchniße hebbe ick gegeven under an min Piezer oder Sigill Ihm Jahr des Heren M. D. XXVII. des Sondages up In
*) Es heißt hier: Vthgeven anno rrvjj: rojj gl. vor won mauritz wardenberge gegeven vor de communicanten zu der oſtern. Unter den Aus gaben im Jahre 1530 ſteht: r pf. vor quartir win vor de communicanten ven den winachten.
**) Diplomatiſche Geſchichte der Stadt Spandau von Dilſchmann,
Berl. 1785, S. 20 und 22.