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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
Entstehung
Seite
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vocavit*). Im Jahre 1540 wurde dieſer Johann Badereſch Amte

zum Probſt an der Petrikirche erwählt und blieb in dieſer bis nach 1554. Wie in dieſen Staͤdten, ſo war auch an andern Orten der Mark Luthers Lehre und Kirchenverbeſſerung einge drungen, obwohl ſich keine ſo beſtimmten Angaben daruͤber nach weiſen laſſen.

Wie aber ungeachtet ſolcher Verguͤnſtigungen und Nachſicht,

welche Joachim der evangeliſchen Lehre widerfahren ließ, er ſelbſt dennoch in Unentſchiedenheit verharrte, zeigt eine Regierungs handlung, welche er* nach Uebernahme ſeiner Herrſchaft in Bezug auf kirchliche Angelegenheiten vornahm. Er verwandelte

das ſchwarze. velches, wie oben erwahnt, auf dem Schloßplatze in Berlin ſtand, und das mit ſeiner Reſidenz zu­ſammenhing, in ein Domſtift) und beſtimmte daſſelbe zur

*) Küſters Altes und Neues Berlin II. 522

**) Eigentlich verlegte er nur das Domſtift zum h. Erasmus von dem

Schloſſe zu Cöln in das Dominivanerkloſter. Da jene Kirche auf dem Schloſſe den Hiſtorikern als Domſtift noch ı bekannt iſt, mag hier über das Beſtehen dieſes Stifts Folgendes angeführt werden: Nach Loccelius

Marchia illustrata, Ms.) hatim Jahre 1469 der Kurfürſt Frideri cus II. zu Coln eine newe Kirche geſtiſtet, oder vielmehr(weil der Herr Cuhrfürſt Ludovicus Romanus dieſelbe Ac. 1358 zu bawen angefangen hatte) repariret und in ein Dom-Capitul verendert. Im Jahre 1486 ſtellte Kurfürſt Johann eine Urkunde aus, die alſo anfängt:Wir Jo

ann ꝛc. bekennen, uns gekommen ſind die würdigen unſer lieber andächtiger Dechant itel in der Kirche und Stift hier auf unſerm Schloß zu Cöln ar pree u. ſ. w. Im Verfolg ſagt der Kurfürſt,

daß er ſeines lieber wegen alle ihnen zufolge vorge-

zeigter Briefe zugeſtandenen Gnaden, Freiheiten und Gerech tigkeiten beſtätige(G. W. v. Raumers Codex diplom. Brandenburg. II. 79). Eine Urkunde behufs ier h

1503 fängt an: Nicolaus Badingk. Presbyter Brand. Di­

Canonicus Ecelesiae castri Cöln ete.(Reinbecks Nachrichten vom

nkung an die Petrikirche von

Crull, Dechant von Cöln

Petrithurm, 59). 1519 am 2.

5. 264). Da

als Zeuge angeführt(Gerken

Domſtift 1536

dem h. Erasmus gewidmet, da ſerner Zeit der Era Schloſſe mit keinem mehr Erwähnung gethan, und da endlich die Kirche des neuen Domſtiftes durch einen bedeckten Gang unn ar 1

ſ und zur Hofkirche erklärt ſo

dem Schloſſe in