kurfuͤrſtlichen Begräbnißſtaͤtte. Die Mönche wurden groͤßtentheils genoͤthigt, nach Brandenburg zu gehen, und ſtatt ihrer wurden aus verſchiedenen Orten her Domherren berufen, welche jedoch Anfangs Alle Anhänger der roͤmiſchen Kirche waren, wie uͤberhanpt die Veraͤnderung mit en mer und erzbiſchoͤflicher Zu: ſtimmung unternommen wurde. Die Namen der erſten Domherren ſind: Wolfgang KRehdörfer r, Ruprecht Elgersma, Jacob Stendal, Georg Coͤleſtin, Friedrich Hartwich und Matthaͤus Leuthold). Hinſichtlich der innern Einrichtung findet ſich ein ebenſo beſonderes Verfahren: die vielen Altäre werden entfernt und dies deutet auf Annaͤherung an die Weiſe des evangeliſchen Gottesdienſtes, dagegen wird die Kirche mit koſtbaren Heiligthuͤmern angefuͤllt, was wieder ganz fuͤr die Anhaͤnglichkeit an die alte Lehre zeugt.
Unbefangener verfuhr der Kurfuͤrſt bei der Umgeſtaltung der Frankfurter Univerſitaͤt, welche er ebenfalls bald nach ſeinem Regierungsantritte vornahm. Dieſe Hochſchule war ungeachtet der Aufmerkſamkeit und Zuneigung, welche ihr Joachim I. jederzeit gewidmet hatte, ſeit dem Anfang der Reformation in nahe Verfall gekommen, theils weil die Studirenden ſich, vom Geiſte der Zeit getragen, dem neuen Lichte, das in W dittenberg aufging und das ſeine erleuchtenden und erwaͤrmenden Strahlen nicht nur uͤber die theologiſchen, ſondern auch uͤber jeden andern Kreis
wird es wahrſcheinlich, daß die Erasmuskirche oder das Domſtiſt auf dem Schloſſe bei der Gründung des neuen D. im ſchwarzen Kloſter ein ging und deſſen Güter und Einkommen dem neuen Stifte zugeeignet, oder vielmehr, daß das Stift auf dem Schloſſe nur nach der Kloſterkirche verlegt und erweitert wurde. Dieſe Wahrſcheinlichkeit wird zur Gewißheit durch folgende Stelle in einer Leichenpredigt des Domprobſtes Leutholdt auf die verwittwete derzogin Eliſabeth Magdalene von Braunſchweig, Tochter Joachims II.:„Anno 36 haben Ihre Churf. Gn. das Stifft ſo aufm Schloſſe geweſen, an e, da es jetzundt iſt und zuvor ein Mönchskloſter geweſen, transferiret und verleget ꝛc.“(die Predigt befindet ſich in der Nicolaikirchen— bibliothek mit n Leichenpredigten zuſammen in einem Quartanten, ge zeichnet P. II. 1, g3).
*) Angeli Annales p. 324,— Leutingeri opera I. p. 189.— In Küſters Altes und Neues Berlin ſtehn die vom Kurfürſten für das neue Domſtift verordneten Statuten und der Wappenbrief des Erzbiſchofs Albrecht von Mainz.