nicht unterdrücken wollte, er fo wenig wie der Biſchof von Bran denburg ſogleich durchdringen konnte. Dagegen finden ſich von Seiten des Laienſandes die erfreu-
lichſten Beweiſe eines wahrhaften Sehnens nach der gereinigten Lehre des Evangeliums, und ich fuͤhre deshalb einige Worte aus
der Schwanebeckſchen Familienchronik an, welche zum Jahre 1539 re, wurden. Sie heißen:„Als der Hochwuͤr— dige Bischof Herr Matthias von Brandenburg im Heimzug von
Coͤlln an der Spree in Teltow geweſen, haben ſich die edlen und e. Junker aus dem Teltow in meines ſeligen Vaters
Hauſe zu ihm lei verſammelt, und ſich mit ihm wegen der
reinen goͤttlichen Lehre berathſchlagt, und find alle eines Sinnes
nd Willens geweſen, ſelbige 2 und ſtandhaft zu be—
kennen, auch daß ſie ihre Pfarrer und Kirchenvorſteher, die sich ſperren wollten, zwar nicht ur Gewalt verjagen und verfo
gen, ſondern ihnen Unterhalt reichen, und ſich inmittelſt an Predigern der reinen Lehre umthun wollten. Dies haben ſie alle in einem vorgelegten Revers bezeugt, unterſchrieben und be ſiegelt. So geſchehen am 15. April 1539.“ Die Unterſchriften
heißen: Joachim von Schwanebeck zu Teltow,Joachim von Hake zu Sand-Machenow, Joachim von Schlaberndorf zu
Schloß Beuthen, Hans von Beren zu Groß Berne(Großbee
ren), Chriſtoph von Beren zu Schoͤnow, Carl Siegmund von
der Liepen zu Blankenfelde, Otto von Britzke zu Britzke, Chri— ſtoph von Spiel zu Dalen, Siegmund von n Ötterftede zu Dal— witz, Heinrich von Thuͤmen zu Leunebruch *).
Ein anderes Zeugniß fuͤr dieHinneigung der Unterthanen Joachims II. zu der evangeliſchen Religion ſindet ſich in einem Landtags⸗-Abſchiede gegeben am St. Michaelistage 1538 zu Coͤln an der Spree. Es heißt hierin, daß die Staͤnde dem Kurfuͤrſten das Verlangen, welches fie ſchon gegen deſſen Vater geäußert, erneuert haͤtten, daß er eine Verordnung erlaſſen möge, wie es hinſichtlich der Religion und der Ceremonien zu halten ſei, und daß hierauf Joachim geantwortet habe, er habe ſich bisher und wolle ſich noch ferner in dem Stuͤck ſo verhalten und Verfuͤgun—