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keit eines wahren Gottesdienſtes geſucht. Das habe er ſich ſo feſt eingepraͤgt, daß er alle Heuchelei verabſcheuet nnd die Aus— uͤbung einer chriſtlichen Froͤmmigkeit fuͤr unumgaͤnglich noͤthig gehalten. Er beklage daher oft die Gebrechen, welche theils ehe— mals, theils neuerlich ſich in die Kirche eingeſchlichen haͤtten, und wuͤnſche deren Verbeſſerung von ganzem Herzen. Daß ſchon alte Gebrechen vorhanden, ſei gar nicht in Zweifel zu ziehen; die alte Kirchenzucht liege darnieder; die erſtaunenswerthe Nachlaͤſſigkeit der Paͤpſte und Unwiſſenheit der Geiſtlichkeit habe vielem Aberglauben Thuͤr und Thor geoͤffnet. Auch die jetzigen Strei— tigkeiten hätten die Kirchen erſchuͤttert. Bisher habe der Kur— fuͤrſt fein Verhalten fo eingerichtet, daß er weder die Mißbraͤuche gut geheißen, noch mit Grauſamkeit, wie ſolches wohl von an— dern geſchehen, vertheidigt habe. Er habe aber auch den ſchwaͤr— meriſchen Neigungen in feinem Lande Einhalt gethan. Die Ur ſachen ſeines Verhaltens waͤren ſo billig, erheblich und gerecht, daß er ſeinen Entſchluß nicht aͤndern koͤnne. Er ſehe, wie noͤ— thig es ſei, die Kirchenzucht wieder herzuſtellen und den Gemein— den rechtſchaffene Lehrer zu geben. Er habe ſich dieſer Bemuͤ— hung unterzogen, damit auch der gemeine Mann in gegenwaͤr— tigen Zwiſtigkeiten unterrichtet werde, was er annehmen oder verwerfen ſolle. Er ſuche ſich aber dabei ſo zu verhalten, daß er weder von der allgemeinen Kirche Chriſti abweiche, noch den Rechten der Biſchoͤfe etwas vergebe. Engere Schranken konne er ſich nicht ſetzen, wofern er nicht bekannte Gottloſigkeiten gut heißen und auf ungerechte Art grauſam ſein wolle. Beides wär ren Dinge, die zwar mit der Heuchelei, nie aber mit dem wahren Gottesdienſt beſtehen koͤnnten. Dieſes Verhalten muͤſſe alſo nothwendig feine Beſtaͤndigkeit bei allen rechtſchaffenen und frommen Menſchen rechtfertigen. Niemals werde er von ſeinem Endzweck, den Lehren der allgemeinen Kirche Chriſti zu folgen, abweichen. Der Koͤnig habe ihm Beiſpiele ſolcher benachbarten Fuͤrſten vorgelegt, welche durchaus keine Aenderung verſtatten wollen. Er habe ſelbſt ſowohl mit Georg von Sachſen, wie mit Heinrich von Braunſchweig ſich oͤfters vom ganzen Religionszu— ſtande unterredet und bei beiden ein Verlangen wahrgenommen, daß der Papſt die Eintracht der Kirche auf billige Art beſorgen