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dafür ſorgen, daß das Volt eine richtige Erkenntniß des Gottes— dienſtes erlange, und die alle ungerechte Grauſamkeit verabſcheuen, fuͤr wirkliche Glieder der Kirche. Dies mache ihm Hoffnung, daß ſowohl der Koͤnig als die Kirchenverſammlung billiger ur— theilen werde, als daß man ihn einer uͤbertriebenen Gelindigkeit und eines gar zu großen Nachgebens beſchuldigen koͤnne. Der König ermahne zwar den Kurfuͤrſten, eine Kirchenverſammlung abzuwarten, und Joachim geſtehe, daß er ſein Vorhaben eines zu hoffenden Conciliums wegen aufgeſchoben, weil zu der allgemeinen Eintracht nichts erwuͤnſchter fein koͤnnte. Bei dem Aufſchub der Kirchenverſammlung wuͤrde jedoch die Trennung der Kirche immer größer, und wenn der Kurfuͤrſt ſeinen Vorſatz auszuführen verzoͤgere, würden feine Kirchen indeſſen wuͤſte und zde werden. Es ſei ihm bekannt, daß der Kaiſer bei den Paͤpſten Clemens und Paul III. um eine Kirchenverſammlung mit vielem Eifer angehalten, um darauf nach einer gruͤndlichen Unterſuchung die Einigkeit wieder herzuſtellen. Er faͤnde aber die Paͤpſte nicht ſonderlich geneigt, eine Kirchenverſammlung auszu— ſchreiben, weil fie vielleicht befuͤrchteten, daß ihnen das, worauf die Fuͤrſten beſtehen würden, nicht lieb fein möchte. Er fuͤr ſeine Perſon wolle ſich niemals einer Kirchenverſammlung, wo ſelbige auch immer gehalten wuͤrde, entziehen. Dieſes habe der Kur; fuͤrſt alles zu ſeiner Rechtfertigung, und zu Bezeigung ſeines unwandelbaren Willens dem Könige vortragen muͤſſen. Es ſchmerze ihn ungemein, daß der Koͤnig das kurfuͤrſtliche Anſinnen fuͤr un— geziemend gehalten habe, weil man feinen Brief nicht recht ver; ſtanden. Sowohl zuvor, als beſonders nachdem er ſein Schwiegerſohn geworden, habe er nie unterlaſſen, die Großmuth und Standhaftigkeit des Königs zu bewundern. Doch dies waͤren nicht allein die koͤniglichen Tugenden, die er an ihm wahrgenommen. Die Tugendliebe, die Gottesfurcht, die Gerechtigkeit, die Langmuth des Königs wären dem Kurfuͤrſten ebenfalls bekannt. Aus dem Grunde hoffe er, daß der König fein Vorhaben nicht mißdeuten werde, diejenigen Mißbraͤuche abzuſchaffen, welche die brandenburgiſchen Kirchen zerruͤtten muͤßten, wofern man oͤffentliche Mängel vertheidigen wollte. Damit aber die zaͤrtliche Liebe, die zwiſchen ihm und ſeiner Gemahlin bisher ſtattgefunden, und