zum Wallfahrtsorte. Nach der Reformation gerieth fie in Ver- fall, bis ſie in neuerer Zeit zu einer Kirche erweitert ward.
Von dem ſchwarzen Kloſter auf dem Schloßplatze iſt ſchon geſagt worden, daß es der Kurfuͤrſt in ein Domſtift umwandelte, und die Mönche nach Brandenburg entfernte. Die katholiſchen Domherrn, mit denen es anfangs beſetzt worden, blieben in ih rer Würde, allein nach ihrem Tode wurden die erledigten Stel len durch evangeliſche ausgefuͤllt. Auch mußten ſie dulden, daß
der Gottesdienſt der neuen Kirchenordnung gemaͤß gehalten wurde. Das graue Kloſter, aus dem ſpaͤter das Gymnaſium zum
grauen Kloſter wurde, war nach einer alten Inſchrift, welche ſich in der Kloſterkirche noch vorfindet, im Jahre 1271 geſtiftet, nachher reichlich beſchenkt und in groͤßerm Umfange erbaut worden.) Bei der Kirchenviſitation wurde das Kloſter den Franziscanern, die es bewohnten, gelaſſen, doch durften keine Novizen aufgenommen werden. Zur Zeit der Reformation in Berlin hatte die veränderte Geſinnung der Einwohner ſchon fo bedeutenden Einfluß auf das Anſehen und beſonders auf die Einkünfte der Franziscaner⸗Mönche ausgeübt, daß fie kaum noch im Stande waren, ihr Kloſter in wohnbarem Zuſtande zu erhalten. Die überfluͤſſigen ſilbernen Gerathſchaften des Kloſters wurden, wie alles un— nöthige koſtbare Kirchengeraͤthe der Kloͤſter, Kirchen und Kapellen zur kurfuͤrſtlichen Silberkammer abgeliefert: die Quittung der kurfuͤrſtlichen Silberknechte daruͤber iſt noch vorhanden und lautet ſo:„Zu wiſſen das die verordneten Viſitatores des Churfurſtenthums der Marck zu Brandenburgk Mittwochs nach Assumptio nis Marie des XL jars, vnſers gnedigſten Herrn des Churfuͤrſten zu Brandenburgk Sylberknechten volgendt kuͤrchen ſylber, Stuͤckweyß vberantwort vnd zugewogen: Nemlich auß dem grawen cloſter zu Berlin komen iſt, als eyn monſtrantz wigt Sechzehen Marck, noch eyn Monſtrantz wigt viertehalb marck vnd vier lott, eyn Sylberin kreutz wigt Achtzehenthalb Marck, eyn klein Sylberin kreutzlein wigt Eylffthalb lott, eyn kelch ſampt
*) Vgl. Berlinſche Cloſter- und Schul⸗Hiſtorie von Martino Diterich. Berlin 1732, S. 8.— Das graue Kloſter in Berlin mit ſeinen
alten Denkmälern. Programm zur öffentlichen Prüfung im berliniſch⸗kölni
ſchen Gomnaſium zum grauen Kloſter, von J. J. Bellermann, Berlin 1823.