Spreive Suntags Afsumptionis Marie. Anno ect. im vierzigſten ect.“)
Auf ähnliche Weiſe, wie bei dieſen beiden Kirchen, verfuhren die Viſitatoren bei der Umgeſtaltung der Petrikirche. Dieſe Kirche, wahrſcheinlich zur Bekehrung und fuͤr den Gottesdienſt der Wenden urſpruͤnglich beſtimmt, in den fruͤhſten Zeiten die einzige Kirche in Coͤln und vielleicht noch Alter als die Nicolai kirche in Berlin, im Jahre 1319 unter den Probſt zu Berlin geſtellt, war wie an innerer Ausſchmuͤckung fo an Einkuͤnften und Guͤtern zur Zeit der Reformation ſehr reich. Durch die Viſitatoren wurden dieſe Einkuͤnfte dem Kirchenkaſten zur Beſoldung der Geiſtlichen und Schullehrer uͤberwieſen, die vielen über: fluͤſſigen Altaͤre aus der Kirche weggebracht, und nur der große und ein kleiner Altar im Chor ſammt dem alten Taufſtein bei; behalten. Als Prediger wurde der ſchon erwähnte Johann Ba— dereſche aus Pommern beſtaͤtigt, und als ſelbſtſtaͤndiger Probſt dieſer Gemeinde anerkannt. Zur Petrikirche gehörte damals auch die vor dem Thore liegende Gertraudskirche mit einem Hospital und die Jeruſalems-Kapelle: die Gertraudenkirche hatte vor der Reformation ſchon zwei eigene Geiſtliche, welche taͤglich eine Meſſe in derſelben leſen mußten. Nach der Reformation hob ſich das Hospital durch reichliche Schenkungen und die Kirche ſcheint einen eignen Prediger erhalten zu haben, wenigſtens wird 1573 als ſolcher Peter Heinze, der 1576 als Prediger an der Petrikirche ſtarb, angefuͤhrt. Jeruſalem, eine Kapelle an dem Orte, auf dem noch heute die Jeruſalemskirche ſteht, war von einem beguͤterten Buͤrger Berlins, der von ſeiner Pilgerfahrt nach Palaͤſtina glücklich zurückgekehrt war, treu nach dem Muſter des heiligen Grabes in Jeruſalem und zwar an dieſem Orte er— baut worden, weil derſelbe eben ſo viel Schritte von ſeinem Wohnhauſe entfernt war, wie die Schaͤdelſtaͤtte von dem Thore entfernt iſt, durch welches man aus Jeruſalem nach Golgatha gelangt; ſie diente den Einwohnern Berlins und der Umgegend
*) Fidicin, Hiſtoriſch⸗diplomatiſche Beiträge zur Geſchichte der Stadt Berlin, 2, 340.