die Evangelien und zur Vesper den Katechismus erklären ſolle Die Nonnen hingen aber noch lange den paͤpſtlichen Gebraͤuchen an, und mußten ſelbſt noch von dem Kurfuͤrſten Johann Georg mehrmals ermahnt werden, davon abzuſtehen. Die Guͤter des Kloſters wurden in kurfuͤrſtliche Verwaltung genommen und den Nonnen ein gewiſſes Einkommen an Geld und Naturalien zuge: ſichert. Fuͤr welche Anzahl dies berechnet geweſen ſei, wird nicht geſagt: doch heißt es in einem Beſtaͤtigungsbriefe Joh. Georgs von 1579, daß ihnen das zugeſtandene Deputat beſtaͤtigt, und davon 18 Jungfrauen ſtets erhalten werden ſollen. Es heißt daſelbſt weiter, daß keine Novize unter 20 Jahren, und daß, wenn eine Jungfrau, um ſich zu verehelichen, oder wenn es ihr nicht mehr im Kloſter gefalle, ausſcheiden wolle, ſogleich andere an deren Stelle aufgenommen werden ſollen. Man ſieht auch aus dieſem Briefe, daß ſich die Jungfrauen mit der Anfertigung gewiſſer Arzneien beſchaͤftigt haben, denn es heißt, daß ſie neben dem Gottesdienſte ihre Apotheke, wie bisher geſchehen, mit guten gebrannten Waſſern und anderen Spezereien verſehen und armen Leuten fuͤr billige Bezahlung zukommen laſſen ſollten. Die Guͤter wurden 1545 Hieronymus von Draͤbsdorf auf 20 Jahr un; ter der Bedingung uͤberlaſſen, das Kloſter mit dem zugeſtandenen Unterhalte und Einkuͤnften zu verſorgen. Nachher wurde das Amt Neuendorf zu den kurfuͤrſtlichen Tafelguͤtern gezogen. Die Kloſterkirche, welche der Jungfrau Maria gewidmet geweſen, blieb unausgeſetzt im Gebrauch und hatte 1555 zum Prediger Joh. Schulz aus Kalbe, der in dieſem Jahre als Diakonus nach Gardelegen berufen wurde.
Von der erſten Viſitation des Benediktiner Nonnenkloſters Kreveſe, das in katholiſcher Zeit zuweilen SO Nonnen zaͤhlte, findet ſich keine Nachricht, doch geht aus einem Viſitationsreceß von 1551 hervor, daß die Aufhebung dieſes Kloſters ſchon 1540 beſtimmt geweſen iſt, weil ihm ſchon damals verboten wurde, Novizen aufzunehmen. Dennoch befanden ſich noch 1561, ob; wohl bereits ſeit 21 Jahren keine neue Aufnahme ſtattgefunden hatte, und den Jungfrauen freigeſtellt worden war, das Kloſter zu verlaſſen, noch 42 Nonnen darin, und ſelbſt 1598 waren noch drei übrig. Uebrigens fand daſſelbe Verfahren ſtatt