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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
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wie bei dem Kloſter Neuendorf. Strenge Befolgung der kur fuͤrſtlichen* war die Bedingung, unter welcher den Nonnen von dem Verweſer der Kloſterguͤter Unterhalt und Ein fünfte verabreicht wurden. Bei der Kirche mußte ein evangeli ſcher Prediger, ein Kuͤſter und ein Organiſt angeſtellt werden; 15145 erhielt Andreas von Luͤderitz das Kloſter ſammt allen Sitz tern und. gegen Zahlung von 1500 Gulden auf Lebens zeit, und 1561 kam es an die Herren von Bismark, welche da gegen andere. an den Kurprinzen Joh. Georg abtraten. Beide Beſitzer mußten die Leiſtungen an die noch vorhandenen Kloſterjungfrauen uͤbernehmen. Die Aebtiſſin Catharina von Gopper war die letzte dieſer Jungfrauen, welche 1602 ſtarb. Bei der Kirchenreformation des Benediktiner-Nonnenkloſters Dambek, eine Stunde von Salzwedel entfernt, das damals einen weltlichen Probſt, eine Aebtiſſin und eine Priorin zum Vorſtande hatte und viele Guͤter beſaß, wurden aͤhnliche Verord

nungen gegeben, wie bei dem Kloſter Kreveſe. Das Kloſter

Dambek ſollte als Fraͤuleinſtift fortbeſtehen und erhielt von dem

Inhaber der Guͤter deſſelben feinen Unterhalt. 1540 hatte es ſchon in Markus Junge einen evangeliſchen Prediger, und 1542 wird ein ſolcher mit Namen Henrich auch ſchon bei der Dorf kirche zu Dambek angefuͤhrt, welche ebenfalls zu dem Kloſter ge hörte; doch iſt zu vermuthen, daß dieſe Prediger früher als katholiſche Geiſtliche dieſelben Aemter bekleideten, ſich aber mit den neuen religioͤſen Anſichten bald vertraut gemacht hatten. Die

Guͤter des Kloſters verſchrieb der Kurfuͤrſt 1510 an feinen Rath Matthias von der Schulenburg, bei deſſen Familie ſie unter dem Namen einer Probſtei auch blieben, als derſelbe auf dem Heer zuge gegen die Tuͤrken, auf dem er ſeinen Herrn begleitet hatte,

1542 vor Peſt gefallen war. Als aber im folgenden Jahrhun derte die Fuͤrſtenſchule zu Joachimsthal geſtiftet ward, erging der

Befehl, die Stiftsfräulein ausſterben zu laſſen, und alle Guͤter

und Einkünfte des ehemaligen Kloſters ohne Ausnahme an dieſes

Gymnaſium zu überweiſen.

Das Augustiner-Nonnenkloſter Dies dorf beſtand in jener

Zeit a aus einem Conwent von 60 Nonnen, mit einer Priorin an

der Spitze. Das Kloſter war ſehr beguͤtert, die Kirche außerordentlich-