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zu Willen, fo auch zur Abtretung der alten biſchoͤflichen Rechte leicht zu bewegen war. Nach ſeinem Tode erbat ſich zwar das Domcapitel vom Kurfuͤrſten die Verweſerſchaft des Bisthums, allein dieſer uͤbernahm ſelbſt die interimiſtiſche Ve erwaltung des Stifts. Die Wahl eines neuen Biſchofs wurde zwei volle Jahre verzögert, und erſt 1516 beſtieg der Herzog Joachim von Muͤn— ſterberg, der Domprobſt zu Breslau, aber dennoch ſchon 1538 zur evangeliſchen Kirche uͤbergetreten war, den biſchoͤflichen Stuhl. Dieſer Verwandte des Kurfuͤrſten, der Sohn des Herzogs Carl, hatte von ſeiner Mutter, einer gebornen Herzogin von Sagan, Anſpruͤche auf Croſſen ererbt, dieſe aber mit Bewilligung ſeiner Bruͤder gegen eine Entſchaͤdigung von 3000 Thalern und unter fernern Bedingung an das Kurhaus Brandenburg abgetre— ten, daß er kuͤnftig entweder das Bisthum Brandenburg oder Lebus erhalten ſollte). Da jenes nun zuerſt erledigt wurde, ſo ward er dem Capitel vom Kurfuͤrſten vorgeſchlagen und gewaͤhlt. Die biſchoͤfliche Wuͤrde hatte aber ſchon ſo ſehr an Anſehen und Bedeutung verloren, daß der Herzog ſich in deren Beſitz wenig befriedigt fuͤhlte. Dazu kam, daß er mit den ihm untergebenen Geiſtlichen wegen der an ihn zu leiſtenden Abgaben in Streit gerieth, und daß dieſe ſelbſt auf den ausdruͤcklichen Befehl des Kurfuͤrſten ſich nicht zur vollſtndigen und geregelten Leiſtung derſelben verſtehen wollten. Er fand es daher auch rathſam, die Sand- und Hufengelder, um die es ſich hauptſaͤchlich handelte, gegen eine angemeſſene Entſchaͤdigung an das kurfuͤrſtliche Con— ſiſtorium abzutreten. Endlich leiſtete er, des biſchoͤf flichen Amtes uͤberdruͤſſig, 1560 darauf Verzicht und farb bald fa gher(am 26. December 1562) zu Breslau. Obwohl nun der Graf Wolf gang von Barby auf das erledigte Bisthum Anſpruͤche machte, weil ihm daſſelbe f die Fuͤrbitte des Kurfuͤrſten Moritz von Sachſen ſchon 1551 verſprochen worden war, ſo hegte doch der Kurfuͤrſt den Wunſch, die biſchoͤflichen Beſitzungen unter ſeine
unmittelbare Herrſchaft zu bringen und beſtimmte daher das D
Domeapitel, feinen Kurprinzen Johann Georg zum Nachfolger zu waͤhlen. Dieſer bezog die biſchoͤfliche Reſidenz z
bezog denz zu Zieſar und
)Woh lbrück,