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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
Entstehung
Seite
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waltet, ſich in die Gemuͤther der Menſchen eingebildet, und auf

die geſammte Weiſe der Weltanſchauung ſeinen nothwendigen

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Einfluß ausgeübt hatte, ſo trat das Beduͤrfniß ſelbſtſtäandige

Forſchung, das überall erzeugt werden wird, wo die reformatori ſchen Prineipien Luthers wirkliche Geltung erlangen, allmaͤhlig lauter und lauter hervor. Es waren die Geheimniſſe des Chri ſtenthums, und beſonders das Myſterium des heiligen Abend mahls, das von dem Gedanken durchdrungen und der Vorſtel lung näher gebracht werden ſollte. Solche Beſtrebungen, die man mit dem Namen des Kryptocalvinismus bezeichnete, und die während der zweiten Hälfte des ſechzehnten Jahrhunderts das nördliche Deutſchland auf erſchreckende Weiſe beunruhigten, haben einerſeits den Nachtheil, den einfachen Kinderglauben des Chriſten zu gefährten, und in Zweifel, Unſicherheit und ſelbſt in

rationaliſtiſche Unglaͤubigkeit zu ſtuͤrzen, andererſeits den Vortheil, daß durch ſie die Möglichkeit des Fortſchrittes von der unmittel­baren Anſchauung der religioͤſen Wahrheiten im Glauben zu der durchs Denken vermittelten vernuͤnftigen Gewißheit derſelben, zum Selbſtbewußtſein des re halb der Mark fand aber

um fo fruchtbareren Boden, da gemiſchte Volker, wie das maͤr

X. 1 f 8 2. igidſen Geiſtes gegeben wird. Inner­

dieſe Richtung des Zeitgeiſtes einen

kiſche, das gleichſam ein Kind des Slaventhums und germani ſcher Volksthuͤmlichkeit iſt, ſich leichter zu großer Beweglichkeit des Verſtandes und zu intelle ectueller Bildung entwickeln, als eins

chon in den ſpätern Regierungsjahren

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fache, iſolirt gebliebene.

ſßendmal lbendmahls

Joachims II. fanden in Bezug

thuͤmer Zwinglis und die Le Mark, und zw

n ſich in einer Staͤndeverſammlung zu Berlin 1569 in