Daß ander Buch.*
eilfften/ Edlen Herrn zu Querfurt, vnd andere Graffen mehr. Weil aber ſolches zu vnaberwindlichen verderb des Ertzſtiffts gereichen wolte/ ſchlugen ſich gute fried fertige Leute in handel/ fühneten erſtlich das Capittel vnterlang/ vnd richteten darnach die ſachen dahin/ daß beyde erwehlte Ertzbiſchoffe etwas zunemen/ vnd abzutreten gewilliget. Alſo wurden Marggraff Erichen zwey tauſend Marck gegeben(denn fo hoch hat er ſejne angewandte vnkoſten angeſchlagen vnd gerechnet) vnd muſte er ſich mit feinen Bruͤdern verſchreiben/ weiter nichts zueyffern/ ſondern das ſtifft fried ſam vñ vnbeſchweret zu laſſen. Herrn Buſſen von Querfurt ward auch eine erſtattung gethan. Als aber nu darauff Graff Gunther von Schwalenburg zum Ertzbi choff erwehlet worden/ kundten die Marggraffen den ſchimpff/ ſo jhnen zugefůüget/ nicht gar vergeſſen, ſondern namen den Magdebuͤrgiſchen Bürgern ſieben Wagen mit Gewand/ ſo durch jhre Land furen. Sie verbunden ſich auch mit Hertzog Albrechten zu Sachſen/ Churfuͤrſten/ Hertzog Albrechten zu Braunſchweig/ vnd nicht wenig Graffen/ darunter waren Graff Vlrich von Reyenſtein/ Herr Werner von Hadmerſchleben/ die Graffen von Manßfeld/ vnnd die Herrn von Arnſtein. Dagegen rieffen die Magdeburger Fuͤrſt Otten zu Anhalt/ vnnd Landgraff Albrechten in Duͤringen vmb huͤlff an. Nun hatte der Churfuͤrſt von Sachs fen damals Aken an der Elbe jnnen/ welches ſich beneben Blentorff vom Stifft abgewand/ vnd am Churfuͤrſten ergeben hatte/ vnd hatte der Chur fuͤrſt zum Stadhalter das hin geſetzt einen Gra ffen von Holſtein. Da kamen die Magdeburger mit jhrem Kriegßvolck/ vnd gewonnen dem Churfuͤrſten einen ſtreit abe/ anff S. Andreas abend fuͤr Aken nahmen daſſelbige mit gewalt ein/ vnd fuͤhreten den Graffen mit ſich gefangen hinweg. Spangenbergius, Chronicon SaLoniæ, Pomarius, Krantzius,&c.
Folgendes 258. Jahres hatten die Marggraffen ein gros Kriegß volck von Bes hemen/ polen Pommern vnd Mar ckern beyſammen/ zogen dem Ertzbiſchoff ins Stifftond lagerten ſich bey Froſe an der Elbe/ vnnd thaten dem Stifft mit raub/ mord vnnd brand groſſen ſchaden/ lieſſen ſich auch vornehmen/ daß ſie in wenig tagen jre Pferde im Thumb zi Magdeburg ſtallen wolten. E je ſandten auch am abend heimlich kundſchaffer aus deßgleichen vmb folgende Mitternacht/ zuerkunden/ was der Biſchoff vnd die buͤrger für hetten. Darauff fie die antwort bekamen/ es were alles ſtille/ vnd jederman verzaget. Des morgens wurden zum drittenmahl kundſchaffer abgefertiget/ welche die bottſchafft brachten/ daß die gantze Stad voller Trommeter/ Pfeiffen vnd Trummeln were. Bald drauff fiel der Ertzbiſchoff mit den feinen vnuerſehens heraus/ am zehenden tage Januarij vnd wurden etliche hundert im Marggraͤffiſchen Heer erſchlagen/ darunter auch ein Graff von Arnſtein war. Marggraff Otto ward gefangen/ mit drey hundert vom Adel/ welche ſich alle haben Ranzonen müͤſſen. Den Marggraffen ſperrete der Ertzbiſchoff in feinem Hoffe/(der Querfurtiſche Hoff genand/ fo des orts auff dem newen Marck gelegen/ da jzund S. Nielas Chor iſt) in einen dazu bereiteten kaſten/ da muſte er ſitzen/ biß er ſich mit ſieben tauſend Marck(etliche ſetzen nur 4000) wider loß machete.
) Darnach belagerten die Marggraffen Staßfurt/ vnd hetten das Schlos gerne gewonnen. Aber der Ertziſchoff ſuchte abermahl huͤlffe bey den Buͤrgern zu Magdeburg vnd gelobte jhnen reichliche erſtattung. Dar auff thaten fie jhm beyſtand/ vnd endſatzten Staßfurt/ vnd die drinnen waren/ wehreten ſich auch dermaſſen/ daß die Marggraffen nichts ſchaffen kundten. Vnd ward dißmahl Marggraff Otto mit einem Pfeil ins Heupt hinein geſchoſſen/ daß er das Eyſen etliche zeit im heupt tragen muſte/ vnd daher den nahmen bekam/ daß er der Marggraff mit dem Pfeil/ oder Sagittarius/ genennet ward.
Nach dieſer verluſt zogen die Marggr aͤffiſchen in Fuͤrſt Otten zu Anhalt Land.
Da kamen die Magdeburger jagten den Maͤrckern nach⸗ biß gen Quedlinburg/ vnd den fuͤrder gen Halberſtad, vnd ſtreifften darnach biß gen Stendal in der alten Marck.
Ertzbiſchoff Gunther ward des kriegens müde/ 86 abe/ vnd ward an 26
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