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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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Daß ander Buch.*

eilfften/ Edlen Herrn zu Querfurt, vnd andere Graffen mehr. Weil aber ſolches zu vnaberwindlichen verderb des Ertzſtiffts gereichen wolte/ ſchlugen ſich gute fried fertige Leute in handel/ fühneten erſtlich das Capittel vnterlang/ vnd richteten darnach die ſa­chen dahin/ daß beyde erwehlte Ertzbiſchoffe etwas zunemen/ vnd abzutreten gewilliget. Alſo wurden Marggraff Erichen zwey tauſend Marck gegeben(denn fo hoch hat er ſej­ne angewandte vnkoſten angeſchlagen vnd gerechnet) vnd muſte er ſich mit feinen Bruͤ­dern verſchreiben/ weiter nichts zueyffern/ ſondern das ſtifft fried ſam vnbeſchweret zu laſſen. Herrn Buſſen von Querfurt ward auch eine erſtattung gethan. Als aber nu dar­auff Graff Gunther von Schwalenburg zum Ertzbi choff erwehlet worden/ kundten die Marggraffen den ſchimpff/ ſo jhnen zugefůüget/ nicht gar vergeſſen, ſondern namen den Magdebuͤrgiſchen Bürgern ſieben Wagen mit Gewand/ ſo durch jhre Land furen. Sie verbunden ſich auch mit Hertzog Albrechten zu Sachſen/ Churfuͤrſten/ Hertzog Albrech­ten zu Braunſchweig/ vnd nicht wenig Graffen/ darunter waren Graff Vlrich von Reyenſtein/ Herr Werner von Hadmerſchleben/ die Graffen von Manßfeld/ vnnd die Herrn von Arnſtein. Dagegen rieffen die Magdeburger Fuͤrſt Otten zu Anhalt/ vnnd Landgraff Albrechten in Duͤringen vmb huͤlff an. Nun hatte der Churfuͤrſt von Sachs fen damals Aken an der Elbe jnnen/ welches ſich beneben Blentorff vom Stifft abge­wand/ vnd am Churfuͤrſten ergeben hatte/ vnd hatte der Chur fuͤrſt zum Stadhalter das hin geſetzt einen Gra ffen von Holſtein. Da kamen die Magdeburger mit jhrem Kriegß­volck/ vnd gewonnen dem Churfuͤrſten einen ſtreit abe/ anff S. Andreas abend fuͤr Aken nahmen daſſelbige mit gewalt ein/ vnd fuͤhreten den Graffen mit ſich gefangen hinweg. Spangenbergius, Chronicon SaLoniæ, Pomarius, Krantzius,&c.

Folgendes 258. Jahres hatten die Marggraffen ein gros Kriegß volck von Bes hemen/ polen Pommern vnd Mar ckern beyſammen/ zogen dem Ertzbiſchoff ins Stifft­ond lagerten ſich bey Froſe an der Elbe/ vnnd thaten dem Stifft mit raub/ mord vnnd brand groſſen ſchaden/ lieſſen ſich auch vornehmen/ daß ſie in wenig tagen jre Pferde im Thumb zi Magdeburg ſtallen wolten. E je ſandten auch am abend heimlich kundſchaffer aus deßgleichen vmb folgende Mitternacht/ zuerkunden/ was der Biſchoff vnd die buͤrger für hetten. Darauff fie die antwort bekamen/ es were alles ſtille/ vnd jederman verza­get. Des morgens wurden zum drittenmahl kundſchaffer abgefertiget/ welche die bott­ſchafft brachten/ daß die gantze Stad voller Trommeter/ Pfeiffen vnd Trummeln we­re. Bald drauff fiel der Ertzbiſchoff mit den feinen vnuerſehens heraus/ am zehenden ta­ge Januarij vnd wurden etliche hundert im Marggraͤffiſchen Heer erſchlagen/ darun­ter auch ein Graff von Arnſtein war. Marggraff Otto ward gefangen/ mit drey hun­dert vom Adel/ welche ſich alle haben Ranzonen müͤſſen. Den Marggraffen ſperrete der Ertzbiſchoff in feinem Hoffe/(der Querfurtiſche Hoff genand/ fo des orts auff dem ne­wen Marck gelegen/ da jzund S. Nielas Chor iſt) in einen dazu bereiteten kaſten/ da muſte er ſitzen/ biß er ſich mit ſieben tauſend Marck(etliche ſetzen nur 4000) wider loß machete.

) Darnach belagerten die Marggraffen Staßfurt/ vnd hetten das Schlos gerne gewonnen. Aber der Ertziſchoff ſuchte abermahl huͤlffe bey den Buͤrgern zu Magdeburg vnd gelobte jhnen reichliche erſtattung. Dar auff thaten fie jhm beyſtand/ vnd endſatzten Staßfurt/ vnd die drinnen waren/ wehreten ſich auch dermaſſen/ daß die Marggraf­fen nichts ſchaffen kundten. Vnd ward dißmahl Marggraff Otto mit einem Pfeil ins Heupt hinein geſchoſſen/ daß er das Eyſen etliche zeit im heupt tragen muſte/ vnd daher den nahmen bekam/ daß er der Marggraff mit dem Pfeil/ oder Sagittarius/ genennet ward.

Nach dieſer verluſt zogen die Marggr aͤffiſchen in Fuͤrſt Otten zu Anhalt Land.

Da kamen die Magdeburger jagten den Maͤrckern nach⸗ biß gen Quedlinburg/ vnd den fuͤrder gen Halberſtad, vnd ſtreifften darnach biß gen Stendal in der alten Marck.

Ertzbiſchoff Gunther ward des kriegens müde/ 86 abe/ vnd ward an 26

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