Das dritte Buch, 237
Der Marggraff krie get mit Hertzog Hanſen vom Sagan vmb das Glogawiſche Fuͤrſtenthumb.
. dem im vorgedachtem tauſent vier hundert ſechß vnd ſiebenzigſten Jahr/ den ein vnd jwantzigſten Februarij/ welcher damals der Aſchermitwoch geweſen/ mit tode abgangen Hertzog Heinrich zur Freyſtadt in Schleſien/ vnnd keine Leibeserben gelaſſen/ weil fein Gemahl Fraw Barbara/ Marggraͤffin zu Brandenburg/ noch nicht vber zwoͤlff Jahr geweſen: Haben die Stände deß Fuͤrſtenthumbs Glogaw eine zuſammenkunfft zur Freyſtadt gehalten, da man in wehrendem betrübnüß allgemeinem leid vnd ſorgfeltigkeit gerahtſchlagt/ wie das Regiment foͤrder zu beſtellen ſeyn mochte.
Allda hat man vieler Herrn vnnd Fuͤrſten abgeſandten/ ſo alle vmb das Fuͤr ſtenthumb geworben/ gehoret. Denn erſtlich brachten Koͤniges Matthiæ aus Vngern alldahin abgeordnete Hauptleute vor/ daß das Fuͤrſtenthumb, durch abgang Hertzog Heinrichs(weil er keine Erben verlaſſen) an den König/ als den Herrn deß Landes Schleſien/gefallen were. Fürs ander zogen die Marggraffiſchen abgeſandten Hertzog Heinrichs(ſeligen) Teſtament an, in welchem er feiner gelaſſener Witwen das gantze Land beſcheiden. Zum dritten/ wandte Hertzog Hans vom Sagan ein dit blutsfreundſchafft damit jm der verſtorbene Hertzog zugehorig/ als das der verſtorbene. Hertz. Heinr. feines Vatern Bruder Son geweſen, daher jm denn auch billig das Land gebůret.
Die Stände geben/ nach beratſchlagung der ſachen/ die ſe beſcheidene vnd vernuͤnfftige antwort: Sie ſtelleten dieſen ſtreit auff vnparteijch/ oͤrdentlich rechtlich erkendnůͤß/ vnd wolten den vor jhren Herrn erkennen/ welchem vrtheil vnd recht beyfallen würde, Das bey ward für rahtſam vnd billig geachtet/ d as die Fuͤrſtliche Witwe, bis zu eroͤrterung des ſtreits/ das Fuͤrſtenthumb inne behalten ſolte. Vnd alſo ward nach wenig tagen/
awiſchen Fuͤrſtenthumbs vom
Herr Schenck zu einem oberſten Vor ſteher deß Glog Marggraffen verordnet welcher die Raͤhte in den Städten ſetzte vnd beſtetigte.
Den neun vnd zwantzigſten Martij kam Herr Rudoſphus/ Biſchoff zu Breßlaw⸗/ vor Glogaw, eigentlich auff dieſen anſchlag/ daß er der Stadt König Matthiam eins
redete. Wiewol er nun/ fein liſtiges vorhaben deſto mehr zubergen/etliche geſſtliche Per ſonen/ als ſolten ſie allda geweyhet werden/ voran geſchickt/ geboten doch die. Haͤuptleute dem Raht zu Glogaw/ daß man den Biſchoff nicht einlaſſen ſolte. Solches ward dem Biſchoff angeſagt/ der begerete/ das man hn nur mit ſechß oder acht Perſonen der ſeinigen auff den Thumb vnnd auff feinen Hof wolte laſſen einkehren. Aber es ward hm diß fein begeren gleichfals abgeſchlagen. Der wegen muſt er voll zorns in der Creutzbrüder Cloſter vor dem HDoſpitalthor ſeyn Nachtlager halten. Deß morgens weyhete
er etliche ein/ vnd zog nachgehaltener Meß ohn Früßück wider nach Breßlaw/ vnd thet alle Amptleute in der Stadt ö logaw im Bann. Vnd weil diß am Palmtage der Oſtern geſchahe/ darumb bemuͤhete man ſich vmb die außſühnung hefftig. Endlich ließ ſich der Biſchoff mit ſechzehen Ducaten ſtraff ver ſühnen/ vnnd oͤffnete den bann wider.
Hertzog Hanß von Sagan wuſte wol/ das feine ſache nicht gut were/ vnnd das er für feine Perſon dem Marggraffen nicht möchte wider zuſtehen. Derhalben nam er zu
ucht zu Konig Matthia/ bey dem er in groſſen gnaden war/ darumb das er ſich wider die Polen tapfer hettẽ gebrauchen laſſen.
Wie ſolches Marggraff Albrecht zu Brandenburg/ Hertzogin Barbara Vater/ gewar ward/ ſchlug er ſich zum Konig Vladißlao in Bohemen/ vnd machte mit jm ſolche verbuͤndnuͤß/ ldz er der Konig) die Witwe nemen/ vñ alſo dz G logamiſche Fůrſtenthuim̃/ n ſtadt der heimſtewer/ an ſich bringen ſolte. Diß ge chah im ablauffenden Augſt monat. Den ſechß vnd zwantzigſten Auguſti wurden die Stande def Glogawiſchen Fuͤrſtentꝛumbs gen der Freyſt apt verſchrjehen/ dahin auch Kon ges Vladißlai/ vnd b
abgeſandten
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