Druckschrift 
Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
Seite
248
Einzelbild herunterladen

Daß dritte Buch. 2485

Der Stadt Croſſen aber if es dieſen Sommer vbel gangen/ in dem fie den ſieben bnd zwantzigſten tag des Hewmonats gantz vnd gar außgebrand/ alſo/ das nicht ein ei­iges Haͤußlein were ſtehen blieben. Die Keller find mit eingegangen/ vnnd ſehr viel denſchen jung vnnd alt/ verfallen vnnd vmbkommen. Die Rirche iſt auch zu grunde Hangen: Allein die Dreßkammer/ oder Sacriſtey/ darob ſich zuuer wundern zit erhalten worden/ als man das blut von einem Kalbe/ ſo man eilends abſtechen laſſen/ darein ges zoſſen: vielleicht maͤnniglich zur erjnnerung/ das Gott in allgemeinen Landſtraffen dennoch das elend lindert/ vnd etwas vberbleiben leſſet/ onb eines gelibten Sohns vor­bitt willen/ der das rechte Opffer iſt/ deſſen blut/ wie deß gerechten Abels/ aus der Erden im Himmel ſchreyet/ vnd des ewigen Vaters zorn/ damit das gantz e Menſchliche Ge­ſchlecht nicht zu nichte werde/ vnd gar vntergehe/ verſoͤhnet. Wie das fewer außkom­men eder angangen ſey/ hat niemand wiſſen noch erfahren koͤnnen. Curaus. Auff den tag Maithai/ welcher damals auff einen Sontag gefallen/ iſt mit tode abgangen Herr Friderich Seſſelman/ Biſchoff zu Lebus/ vnnd ward in die Capell S. Marien Kirchen zu Fuͤrſtenwalde/ nach Mittagwerts gegen dem Schloſſe vber/ die ex auch gebawet/ begraben. Rehedorffer. Sein Epitaphium/ fo gut mans damals gekund/ iſt dieſes/ wie folget:

Fridericus moritur,& corpus hic ſepelitur,

De Culmbach natus,& Seſslman cognominatus,

Ad alberti vultum, aurum hic dedit& multum,

Alia multa bona largè ſparſit ſua dona,

Eccleſiæ dignus qui præſul extitit huius,

Doctor laudabi lis, cedat ſibi vita perenniz.

Zu mercken.

Gedachter Biſchoff Friderich/ hat mit bewilligung deß Capitels/ ein Teſtament gemacht/ welches ſich vber zwey tauſent guͤlden erſtrecket, darein er viel gewendet auff den Gottesdienſt/ vnd hat keines/ auch des aller geringſten Dieners/ im Teſt ament nicht vergeſſen. Seinem Succeſſori hat er vermacht ſieben hundert Vngeriſehe Gulden/ die Amaten dauon zugeben. Hat auch ſonſten viel geldes/ vnd andere groſſe prouiſfones ge­laſſen. Als jhn aber feine Capitulares gefraget/ wen fie nach feinem tode zum Biſchoff erwehlen ſolten/ hat er geantwortet: Doctor Liborius von Schlieben were es wol werth/ vnnd würde auch wol ſparſam vnnd raͤhtlich ſeyn/ wo er ſich/ wegey feines Ge­ſchlechts/ nicht zu Edel darzu deuchte.

zZ Herr Liborius von Schlie­4 ben/ Biſchoff zu

Lebus.

SMeAch Biſchoffs Friderichs todt

iſt Herr Liborius von Schlieben/

JI. V. D. vnd Thumbherr zu Lebus/ zum DL

ſſchoff daſelbſt wider erwehlet vnd angenom­

men worden/ wie gedachter Biſchoff Fride­

rich bey feinem leben gerahten hatte. Jnſtus/ Nehedorffer/ Chytraus/ ete.

ö

Priegni­

Pu** SP PP An ͥ⏑ůp i

*

* 8 2

=;

892

EEG 2 26.

Ja

> 8

3 N

/ K