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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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28 Chronica der Marck Brandenburg/

Im tauſend vier hundert ſechß vnd achtzigſten jahr nach Chriſti Geburt/ den eilff­ten tag deß Mertzmonats/ iſt Marggraff Albrecht von Brandenburg/ Chur fuͤrſt/ der deut ſche Achilles genand/ zu Franckfurd am Maͤyn/ auffm Reichßtage/ wie Kaͤyſer Maximilianus der erſte erwehlet worden/ plotzlich in einem Bade verſchieden/ da er nu gar alt worden/ vnd das zwey vnd ſiebentzigſte jahr feines alters erreichet. Die Leiche iſt gen Heilsbrun gefuͤhret/ vnd allda zur Erden beſtattet worden. Chytræus, Rei: neccius, Bucholcerus, luſtus,&c.

Die Jahrzahl ſtehet in dieſem Eteoſticho Ioſephi à Pinu:

Albert Vs sIt Vs ho Heros eſt p VLVere rapt Vs, Nobl Le q VI fortls noMen AChlIL LIS habet.

Item/ in dieſem/ welches M. Bernhardus Sturmius, weyland Syndicus zur Iglaw im Maͤhrlande geſchricben. Al bertl tegſt Vr noa Lato Ceſplte Corp Vs; Se D Vlrt Vs Lato fert Vr In orbe DVCIs.

Zu mercken.

8 Reineccius ſchreibet/ das man auch heutiges tages gedachtes larggraffen Al­brechts Hirnſchedel zu Heilßbrunn ver ware/ in welchem gar keine fugen oder iunctu­ren zuerkennen ſeyn ſollen.

AEneas Syluius aber ruͤhmet dieſen Marggraffen vber die maſſen ſehr in feinen Buͤchern. Vnd in onderheit ſaget er im 39. Cap. Europa alſo von jhm: Dieſer Marg­graff Albrecht war von jugend auff in Kriegßruͤſtung geuͤbet/ vnd iſt in mehr Schlach­ten geweſen/ als andere Fuͤrſten zu der zeit. Er ließ ſich gebrauchen in Polen/ er kampf­fete in der Schleſien/ er ſchlug fein Feldlager in Preuſſen auff/ vnd in Boͤhemen ſchlug er den feind aus dem Felde. Es iſt ſchier kein winckel in Deutſehland/ darinn er nicht gekrieget/ ond glůckſelig geſieget hette. Er fuͤhrete groß Kriegeßheer/ er erlegte viel fre­cher vnd muhtiger feinde, er eroberte die feſteſten Stadte/ vnd wenn es zum treffen kam/ fo that er den erſten angrieff/ vnnd zog zum allerletzten widerumb abe. Bfftmalß way er in Sturm der erſte auff die Mawer/ vnd wenn ſhn von den benachbarten Für ſten vnd Herrn ein Kampff angeboten ward/ ſchlug ers denſelben niemals abe. In den Thur nieren gebrauchte er eine ſolche Mannheit vnd vorſichtigkeit/ daß er niemals vom Pferde herunter geſtochen ward. Derhalben iſt er nicht vnbillig Achilles Germa­nicus oder der deutſch Achilles genennet worden. Denn er nicht allein mit groſſer Krieger fahrung/ vnd was weiter einem Feldherrn zu wiſſen gebuͤret/ von Gott dem allmechtigen hoͤheſt begnadet war: Sondern er gab jhm ferner ein anfehen/ vnnd ſtellet jhn maͤnniglich gleich als zum wunder fuͤr/ das er eines hohen Standes ¶PDeßgleichen einer groſſen vnd ſchoͤnen leibes geſtalt/ ja ſtarck an gliedern/ vnnd trefflich wol beredet war. So weit erſtreckt ſich deß Syluij elogium, oder ruͤhmlich gezeugnuͤß von Marggraff Albrechten.

Marggraff Johannes/ mit dem zunamen der Groſſe/ Churfuͤrſt zu Brandenburg.

Ach dem(wie vorgemeldet) Churfuͤrſt Albrecht zu Branden burg/ ete, mit tode abgangen/ iſt ſein Sohn Johannes/ mit dem zunamen 3 ode