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Annales Marchiae|| Brandenbvrgicæ,|| das ist|| Ordentliche|| Verzeichnuß vn|| beschreibung der fürnemsten vnd|| gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien,|| so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr|| im Churfürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd|| Herrschafften, von Jahr zu jahr begeben vnd|| zugetragen haben.|| Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus|| bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusam-||men getragen vnd beschrieben.|| Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkom-||menen vnd richtigem Register verfasset,|| Durch|| M. Andream Angelvm, Strvthiomon-||tanvm.||
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340 Chronica der Marck Brandenburg/

Marggraff Johannes von Cuͤſtrin/ C. F. G. Bruder/ hat auch in dieſe Mittel­Religion nicht wollen willigen/ ſondern hat ſich hierauff mit Churfuͤrſt Moritzen in Sachſen dieſer geſtalt vergliechen/ daß ein jeder inſonderheit ſein bedencken bey dem Kaͤyſer einbr echte vnd das beyde auff die von demſelben beſchehene zuſage der Religion halben dringen wolten/ vnangeſehen aller gefahr vnd vngnade/ ſo jnen deßhalben moch­te vorſtehen. Er[ol auch gejagt haben: Er wolle lieber fein leben laſſen/ als von der einmal erkandten vnd berandten warheit deß heiligen Euangelij abweichen. Das er bil, Ich mag mit Marggraff Georgen von Brandenburg/ Conte sor conſtantifsnnus Eu­angelij genennet werden. Vnd kan man hieraus wol abnemen/ was er für ein tapffe­rer/ großmutiger · Held vnd Herr geweſen fen, Reine ccius, Marchia Autoris.

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Manlius ſchreibet in ſeinen Locis Communihus, daß dazumal auffm Reichßtage zu Augßburg der Kaͤyſer an ſeiner gewöhnlichen Kranckheit dem Zipperlein gelegen. Da aber C. 5. Gz. von Brandenburg/ Marggraff Joachin der ander ſeine Kaͤyſerliche Majeſtaͤt in der Kr inckheit beſucher/ vnd erinnert/ das feine Kaͤyſerliche Maleſt at ge­lahrte Medicos coniulſren wolte, weil man dieſelbe alida wol haben koͤndte: Da habe Kaͤyſerl. Majeſt. darauff geantwortet: O gedult iſt das beſte Recept/ vnd Remedfum, vnd in dem groſten ſchmertzen ein weng ſeufftzen vnd klaͤglich thun.

In die ſem jahr/ Frehtages nach Cantate/ auff den abend iſt mit tode verbliechen/ Herr Buſſo von Aluenßleben/ Blſchoff zu Hauelberg/ der biß an fein ende vnd abſter­ben bey der Baͤpſtijſchen Lehr behar ich geblieben: Und iſt am Sontage Vocem lacun­ditatis, vmb gehen vhr begraben worden, im ſechß vnd zwantzigſten jahr ſeiner Viſchoff­lichen regieruug/ ſeines alters aber im achtzigſten jar. Cytræus, Marcha& Brcula­rium Autoris.

Herr Friderich/ dis Namens der ander/ Biſchoff

zu Hauelberg.

9 as des jetztgedachten Bi­ſchoffs tödliche abgang iſt Marg. Iriderich von Brand. C. F. Gx. zu Bran­denburg/ Marggraff Joachims deß an dern Sohn/ welcher im vorigen jahr/ feinem Herrn Vettern/ Ertzbi choffen Johanni Alberto zu Magdeburg zum Coadiutor zugeo. dnet/ zum Biſchoff zu Hauelberg poltuliret worden. ChytræC 16, Marchia& Bteuiarium Autoris. Es In dieſem 75.4.8, far/ iſt zu Bran­denburg ein Kind geborn/ welches zaͤhne gehabt/ ond zerſchnittene Wangen/ als ein zer ſchnſtten Keller. Denn das fleiſch iſt jhm herunter gehangen/ als ein vn­terzug in zerſchnitten Hoſen: Über dem Leibe hats cine haut gehabt/ damit es bedeckt worden/ vnnd die elbe hat jhm weit herunter gehangen/ wie eine Hi­ſpanüche Kappen. Wenn man aber .. dieſelbe auffgedecket/ hat man an des Kindes Bruſt eine wunde geſehen/ daraus jmmerdar blut geſloſſen. Chriltophorus Hrenæus. Item/