Das dritte Buch, 35
Den ein vnd zwantzigſten tag Nouembris iſt zu Stendal in S. Peters Pfarr/ ein ſolch monltrum geborn. Es find zwey Kinder/ Weſbliches Geſchlechts/ von Mutterleib kommen/ welche die Beine ineinander geſthrencke/ als weren fie in einander geiwachſen. Das eine Kind hat ein ſehr ſcheußlich Angeſicht gehabt/ wie ein alt run zl ſchtes Maͤnnlein. Das ander hat ein ſehr lieblich Angeſicht gehabt/ wie ein Enge/ das mans auch nicht hette ſchoͤner mahlen koͤnnen. Sie haben beyde ſpitzige fewrige zungen/ aus
dem Munde/ eines halben fingerslang, herfuͤr geſtreckt. So hat man auch an demin
de mit dem ſchoͤnen Angeſichte einen Nabel geſehen/ eines Armes dicke/ der wie ein ſchwantz gar auff der Erden gehangen. Fincelius.
Da auch im ſelben jahr etliche Leute zu Stendal in einem Haufe kranck gelegen/ find ſie in ſolcher jrer Kranckheit wunderbarlicher weiſe mit fewer vberfallen/ vnd ſichtiglich verbrand worden/ alſo/ daß ſie im fewer erſticktvnd geſtorben. Das Hauß aber/ darinn fie gelegen/ ſt vnuerſehret blieben/ iſt auch vom Fewer nicht angeſteckt worden. Vber den dritten tag hernach/ als man die verbrandte vnnd verdorbene Leute hat begraben wollen/ haben ſie durch die Saͤrge vberfluͤſſig geblutet. Idem/ Fineelius. j
Marggraff Joachim Friderich von Brandenburg
wird Adminiſtrator zu Hauelberg.
GIN diteſem jahr iſt Gtotg von Blanckenburg zum Haͤupt
man deß Hauelbergiſchen Biſchoffthumbs/ biß zu feinem kode/ von Marg
P graff Joachim dem andern/ Churfůrſten zu Brandenburg/ etc. verordnet worden. Aber der jetzt regierender C hurfuͤrſt/ Herr Johan Georg/ vnſer gnaͤ
Q diger Fuͤrſt vnnd Herr hat mit dem Noon Blanckenburg gehandelt das er die derwaltung gemeltes Stiffts feinen
SE] Sohn/ Herrn Joachimo Friderico/ S. Marggraffen zu Brandenburg/ ete. abs N getreten ond eingerenmet. Chytraus. l Item/ in dieſem jahr wurden zum Berlin zvo zaͤuberinnen gefangen, nel
che ſich vnterſtanden Hagel vnd Vngewitter/ ju verderbunge der Früchte
.
auff dem Lande/ zumachen. Diele zaͤu
ber ſche Weiber bekandten/ daß fit et
nem andern Weibe aus der Nachbar
ſchafft ein klein Kindlein geſtolen/ daſſelbe zuſtücket/ vnd auch letzlich haben kochen wol
len: Aber Gott der Allmechtige vnd allwiſſende/ habe es alſo geſchickt/ das deß Kindes
Mutter dazu kommen/ vnd deß Kindes glieder im lopffe geſehen/ ete Sie bekandten auch,
wenn dieſe jhre kochung deß Kindleins were volnbracht worden /ſolten alle Früchte auff
dem(ande durch Vngewitter fein verderbet worden. Aber wie ſie gedienet/ alſo wurden fie auch/ wie billig/ gelohnet. Manlius, Promptuar ium Exemplorum,& c.
Im tauſent fuͤnff hundert vier vnd funffzigſten jahr nach Chriſti Geburt/ ann e
wen Jahrßtage/ vnd etliche tage darnach/ ſind am Himmel drey klare ſchoͤne Negenbo
gen geſtanden. Dazumal find auch von vielen drey Sonnen geſehen worden. Fmncelius.
Ee jij Am
K/ ᷑— 2
.
—— Sr
bar A — ET