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Die Anschauungen Friedrichs des Grossen vom Festungskriege vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges : Zum Friedrichstage ; nach Vorarbeiten der kriegsgeschichtlichen Abtheilung II und Akten des Kriegs-Archivs / bearb. von [Max] v. Duvernoy
Entstehung
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69
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handlung niedergelegten Grundsätze in furzen Zügen ein Bild des da­maligen Festungsangriffes zu geben. Die am Schlusse dieser Arbeit be­schriebene Angriffsübung, die der König im Juli 1752 sodann bei Potsdam persönlich leitete, wird das hier Gebotene als Beispiel ergänzen.

In Bezug auf die im damaligen Festungskriege verwendeten Geschütze und deren Munition muß auf den Abschnitt Artillerie in den Kriegsgeschichtlichen Einzelschriften Heft 28 bis 30,*) verwiesen werden. Die für den Feldkrieg bestimmten schweren oder Positionsgeschütze waren sämmtlich auch im Festungs­frieg in Gebrauch. Außer den Bronzegeschützen gab es innerhalb der Festungen auch viele mit eisernen Rohren. Es waren folgende Geschützgattungen üblich: 6, 12 und 24pfdge Kanonen, 10- und 18pfdge Haubigen, 10-, 25-, 50­und 75 pfündige Mörser sowie Handmörser.

Vorausgesetzt wird, daß der kommandirende General der Belagerungs­armee und seine Ingenieur- Offiziere die Lage und Bauart der Festung aus einem genauen Plan sowie durch eingezogene Nachrichten und eigene Er­fundung genau tennen, ehe nähere Bestimmungen für den förmlichen Angriff getroffen werden. Die Stärke der Belagerungsarmee bemißt Balby der in seiner Abhandlung angenommenen Festung gegenüber auf 60 Bataillone und 90 Eskadrons. Sie soll 55 Eskadrons, darunter 5 Schwadronen Husaren, voraussenden, die die Festung, so nahe es der Wirkungsbereich ihrer Artillerie zuläßt, berennen oder vorläufig einschließen, um deren Verkehr nach außen zu sperren und jegliche Zufuhr zu verhindern. Falls schwieriges Ge­lände vor der Festung eine Besetzung durch Kavallerie nicht zuläßt, so sind diesem Kavalleriekorps einige Grenadier Bataillone beizugeben.

Von der ,, Surprise", dem Handstreich, verspricht sich der König für die Regel nicht viel. ,, Diejenigen Städte welche man surpreniren will, müssen übel bewahret und schlecht fortificiret seyn; Wann selbige Wasser­graben haben, so können sie nicht anders als in Winters Zeiten surpreniret werden. Man surpreniret Städte vermittelst einer ganzen Armée, wie solches mit Prag im Jahr 1741 geschahe;**) Oder aber man surpreniret solche, nachdem man die Garnison durch eine lange Bloquade eingeschlaffert hat; So wie es der Bring Leopold von Anhalt mit Glogau machte.***) Mian surpreniret felbige ferner vermittelst Detachements, wie es der Bring Eugene mit Cremona versuchte,+) und wie es denen Desterreichern mit Cosel glücfete."++)

*) Seite 489 bis 491 und 493 bis 497.

**) Am 26. November 1741 durch die Franzosen und Sachsen . Vergl. Kriegs­geschichtliche Einzelschriften, Heft 7.

***) Im ersten Schlesischen Kriege.

) Versuchter Ueberfall 1702, der jedoch mißlang.

††) 1745, s. oben.