vorkommenden Operationen zu verſchaffen“. Als Zuſchauer waren anweſend ſämmiliche nicht obnedies dienſtlich dabei beſchäfligten Offiziere der Garniſon Potsdam, ferner ohne Rückſicht auf den Dienſtgrad, diejenigen Offiziere, die „Liebhaber der Ingenieurkunſt“ waren und„die beſte Kenntniß von der portification hatten“, von den in Berlin ſtehenden Regimentern Kalckſtein, Markgraf Karl, Itzenplitz, Meyerinck, Haacke, Württemberg, Forcade und Gensd'armes, ferner von den Regimentern Prinz Moritz von Anhalt-Deſſau in Stettin, Bonin und Borcke in Magdeburg, Kleiſt in Stendal und Gardelegen, Münchow in Brandenburg a. d. Havel, Prinz Ferdinand in Neu⸗Ruppin und Prinz von Preußen in Spandau und Nauen.
„Der König ritte täglich ſowohl Vor⸗ als Nachmittags in die approchen, alle officiers begleiteten ihn. Wir ſahen der Arbeit, die gemacht wurde, mit Aufmerkſamteit zu, und der König explicirte alles auf das deutlichſte und umſtändlichſte, daß ein jeder eine gute Idee davon bekommen konte. Ich kann die ungemeine Beredſamkeit und unermudeten Fleiß nicht genugſam beſchreiben, weichen Se. Majeſtät anwendeten, die umſtehende ofticiers von allen und jeden Stücken, ſo bey einer Belagerung nur immer vorkommen können, zu unterrichten. Man konte ſich nicht ſatt hören, nicht ſatt ſehen. Es iſt gewiß, daß dieſe Begebenheit ſehr viele officiers animiren wird, in der Fortification ſich weiter umzuſehen“, ſo ſchreibt der ungenannte Berichterſtatter vom J. Bataillon Garde.
Nach Vellendung der Feſtungsfront, am 19. Juli, war von der Feldartillerie aus Berlin ein Kommando, beſtehend aus: 1 Major(v. Dies kau), 2 Hauptleuten, 10 Leutnants, 12 Unteroffizieren, 12 Bombardieren und 60 Kanonieren nebſt den nöthigen Geſchützen, dreipfündigen Kanonen und zehnpfündigen Möiſern“), bei Potsdam eingetroffen und hatte ein Lager am Wege nach Drewitz, etwa 500 Schritt von der langen Brücke am Waldrande, bezogen. In den folgenden vier Tagen hatte dieſes Kommando das nöthige Baiteriebaumaterial an Schanzkörben, Faſchinen ꝛc. anzufertigen und nach dem Depot Q zu bringen.
Am Montag, dem 24. Juli, früh trafen die auswärtigen Offiziere in Potsdam ein. Nachmittags 3 Uhr verſammelte ſie der König zum erſten Mal auf dem Exerzirplatz vor dem Polygon. Er erklärte die Feſtungsfront mit allen Einzelheiten und fügte hinzu,„daß fie nach verjüngtem Maaßnabe angelegt ſey, folglich man ſich die eigentlichen Maaße nur einzubilden hätte.“)
*) Es wurden hier, wie meiſtens bei den Friedensübungen, die leichteſten Kaliber verwendet, um die Koſten für Geſpanne möglichſt einzuſchränken. Vergl. Kriegsgeſch. Einzelſchriften, Heft 28 bis 30, S. 577. Auch wurden durch ein Geſchütz, wie dies gleichfalls bei Friedensübungen faſt immer der Fall war, ſtets mehrere der gleichen Gatiung markirt.
**) Dementſprechend find auch die Entfernungen der Angriffsarbeiten von der Feſtung verkürzt.