wurde angenommen, daß die Belagerer aus der dritten Parallel nach alter Art einen Sturm, um sich des bedeckten Weges zu bemächtigen, thäten, die hinter den Pallisaden postirten Grenadiers verjagten, um sich auf selbigem zu logiren". Die tags zuvor ausgeführte Sappenarbeit war also während Es sollte gezeigt dieser Uebung als noch nicht vorhanden anzusehen. werden, wie der gedeckte Weg in diesem Falle zu vertheidigen sei. Drei Bataillone der Besatzung hielten die beiden Bastione und das Ravelin besetzt. Sie feuerten heftig mit Pelotonsalven auf den in den gedeckten Weg eingedrungenen Angreifer. Sodann mußten ihn die beiden anderen Bataillone mit dem Bajonett wieder daraus vertreiben.
Hierauf wurde der gedeckte Weg vom Vertheidiger in den ausspringenden Winkeln mit je einem Unteroffizier und etlichen Grenadieren besetzt, die das Gewehr über die Schulter gehängt hatten und nach den arbeitenden Sappeuren Handgranaten warfen. Die Bedeckung der Sappeure bestand heute nur aus einem Bataillon. Der Belagerer stand, wegen des kräftigen Widerstandes, den er fand, von seinem Vorhaben den gedeckten Weg gewaltsam zu nehmen ab und zog sich in die dritte Parallele zurück. Die beiden Reserve- Bataillone des Bertheidigers besetzten den gedeckten Weg wiederum. Die Artillerie hatte an diesem Tage gar nicht gefeuert, doch wurde ihre Mitwirkung auf beiden Seiten bei den Kämpfen um den gedeckten Weg selbstverständlich angenommen.
Nachmittags vollendeten die Sappeure ihre Arbeit bis zum Glacisfuße, und die beiden Tranchee- Kavaliere wurden fertig und besetzt. Es konnte nun angenommen werden, daß es deren Besatzung gelang, den Bertheidiger dauernd vom gedeckten Weg fernzuhalten. Somit befahl der König, mit dem Bau des Couronnements zu beginnen. Die Artillerie legte gleichzeitig die beiden vom Könige persönlich bezeichneten Bresch- Batterien N und O an. Batterie N hatte gegen die linke Face des Ravelins zu wirken, wurde aber außer mit 2 Kanonen auch noch mit 2 Mörsern armirt, um gleichzeitig als KontreBatterie das linke Orillon von Bastion I zu zerstören, damit von diesem aus der Grabenübergang später nicht flankirt werden könnte. Batterie O sollte Bresche in die rechte Face des Bastions II legen. Der Vertheidiger erbaute hinter dem am meisten bedrohten Bastion II von einem Schulterwinkel zum anderen den rückwärtigen Abschnitt qr im eingehenden Winkel, aus Brustwehr mit Banket und Graben bestehend.
Am 30. Juli, einem Sonntage, eröffneten nach dem Gottesdienst um 11 Uhr vormittags zunächst die beiden Bresch- Batterien N und O ihr Feuer in den schon bezeichneten Richtungen. Sodann wurde angenommen, daß die Bresche g hergestellt sei und die Geschütze des linken Orillons von Bastion I dauernd zum Schweigen gebracht seien, sowie daß der Vertheidiger das Ravelin verlassen habe. Die Couronnements a- b und c- d waren durch 150 Arbeiter vollendet, und der König befahl demzufolge dem Oberstleutnant
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