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zu lesen, sondern: „du bringst es ewig hervor". Solches Hervorbringen des Gegenstandes, das ist das echte „Erfahren", wie es in aller echten Wissenschaft, allem echten Handeln des Menschen, allem echten Kulturschaffen sich in nie abreißendem Fortgang vollzieht. Nur indem und weil diese echte Erfahrung ihren Gegenstand selber hervorbringt, vermag sie auch über die gesetzmäßigen Bedingungen und die Bedeutung solcher Hervorbringung sich vor sich selbst Rechenschaft zu geben. Das ist himmelweit verschieden von dem falschen Anspruch einer An-fich-Lr- kenntnis des Gegenstandes „a priori", d. h. über die Erfahrung hinweg, es ist vielmehr die „kritische" Besinnung, daß die Gegenstände unserer Erkenntnis eben nur unsere Gegenstände sind, die Gegenstände, wie sie allein gemäß den Bedingungen, also auch nur in den Grenzen einer uns möglichen Erkenntnis erfaßbar sind. Wiederum ist solche „Erscheinung" nicht trügender Schein,' die vielbeschrieenen Denk- und Anschauungsformen Kants sind nicht etwas wie Teigformen, in die die nahrhaften Stoffe der Erfahrung geknetet und dann in den Backofen geschoben werden, um dem Brote der Erkenntnis die uns mundgerechte Fassung und unserm geistigen Magen bekömmliche Qualität mitzuteilen, sondern sie wollen Prozesse, Akte denkender, anschauender, hinschauender Gestaltung, sie wollen das lebendige Erdenken, Er- schauen des Gegenstands bedeuten. Als Denk-, als Anschauungsinhalte allein erstehen uns die Gegenstände, gehen sie hervor, erzeugen sie sich uns aussen lebendig sprudelnden Quellen „rei- nen" d. i. gesetzmäßigen und durch Gesetzmäßigkeit sich in Einheit fügenden Denkens und Anschauens. Solche Gegenständlichkeit ist das Wirklichste, was es für uns gibt; sie ist, in der Aktualität des Erdenkens, des Erschauens, selbst in unangreifbarer Aktualität gesichert. Nur ist sie eben nicht starr, unbeweglich, sie ist, in diesem Sinne, gar nicht „an sich", sondern allein für Rechnung der Erkenntnis, einer Erkenntnis, die selbst nicht ist, sondern wird, die als abschließend und abgeschlossen gar nicht gedacht werden darf.
Diesen idealistischen und zugleich aktualistischen