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der innere Ausbau sehr neu erscheint. Es wäre richtiger gewesen auch die Grundmauern neu aufzuführen, statt des Umbaus den gänzlichen Neubau, obwohl im Geiste des größten aller Gedankenbaumeister, denn der bleibt doch Kant, zu wagen. Eine kommende Zeit wird, glaube ich, der unfern das Zeugnis nicht versagen, daß sie den Grund zwar im Geiste Kants, aber in völliger Freiheit von seinem Buchstaben neu gelegt hat; nichts Eohen, nicht die Marburger Schule, nicht Husserl oder Windel- band-Rickert oder Eucken, aber wir alle, jeder von seiner Seite doch (wie jetzt mehr und mehr deutlich wird) auf einen Punkt hinzielend. Deswegen scheint es mir von nicht geringem^ Belang, wenn auch in noch so knappem überblick, im Fortgang des Cohenschen Arbeitens am Probleme des Systems der Philosophie l nachzu- die immer deutlichere R ichtung auf dies eine Zie
weisen.
Cohens zweites Kantwerk, r „Kants Begründung de Ethik" (1877) strebt nach der genauesten Vereinbarung zwischen Kants theoretischer und praktischer Vernunft, die ja nach Kants eigner Forderung zuletzt eine sein müssen. Zwar scheint diese Vereinbarung vorerst nur so erreicht zu werden, daß an der Grenze der „möglichen Erfahrung" d. h. der bloßen Daseinserkenntnis der Theoretik, als ganzer, das Sollen, die Idee, die ewige Aufgabe sich aufrichtet. So scheint die Gesetzlichkeit des Handelns nicht in das volle Leben der Erfahrung selbst einzugreifen, sondern als ein bloßer, letzter Gesichtspunkt an ihrer äußersten Grenze stehen zu bleiben. So, als bloße „Kritik", selbst der vollen Wirklichkeit ermangelnd — wie könnte sie, nach dem stolzen Wort Langes, die Kraft beweisen, „mit der Forderung des Unmöglichen die Wirklichkeit aus den Angeln zu reißen"? Cohen vertieft die Vorrangsstellung, den Kantischen „Primat" der praktischen Vernunft vor der theoretischen durch ihre Zurückführung auf das Platonische Anhypotheton, das Überbedingte. Damit mußte ganzer Ernst gemacht, es mußte die Einheit der Vernunft, des Logos selbst, nach Plato, in der Prägnanz erkannt werden, daß sie sich nun rückwärts auf das