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welches den Willen unterscheidet: das Moment der Richtung, der Hinbewegung. Somit wurzelt der Wille eben im „Ursprung", der in der Kontiuität der Bewegung sich am unmittelbarsten ausprägt und erzeugend, realisierend wird. So werden Bewegung und Denken eins, im Denken selbst waltet die Bewegung; wie könnte es sonst den wissenschaftlichen Inhalt erzeugen, wenn es sich nicht als reine Bewegung zu vollziehen vermöchte. Im Denken selbst regt sich Bewegung, mithin (sagt Cohen), „schroff und ungenau ausgedrückt", Wollen.
— Wieso wäre das ungenau? Nur sofern „Denken" noch immer das Denken der Theoretik meint. Aber Denken ist ebensowohl der Vorgriff des Willens; aus einer Wurzel, einem Ur-Denken, fließt beides, das stillstellende Denken der Theoretik, das hinausgreifende, vorauseilende des Wollens. „Das Denken, das die Bewegung mit sich führt", sagt Cohen, „ver- wandelt sich selbstht, in Wollen und Handlung. So entste auf Grund der Wahrheit, das Problem des reinen Willens".
— Hier erst, hier aber auch ganz grundlegend und entscheidend, gründen sich beide, Logik als Theoretik und als Praktik, in einer übergeordneten Logik, der Logik des Ursprungs als der Logik der Wahrheit. Sonst hätte es dieses neuen Terminus „Ursprung" am Ende nicht bedurft. — Cohen hat in seiner Logik das Denken des Ursprungs definiert als „Erhaltung der Sonderung in der Vereinigung, der Vereinigung in der Sonderung". Jetzt erklärt er das Denken der Theoretik als sonderndes, dagegen die Tendenz (die Strebung, das Urmoment des Willens) als das, was der Sonderung wider strebt. Die „Tendenz" ist also Tendenz der Vereinigung. In ihr wurzelt die Selbstheit, wie in der Sonderung der Gegenstand, als Gegenstel lung. I n der Handlung entspringt das Selbstbewußtsein, zugleich als Ewigkeitsbewutzt- sein. Im Selbst wird die Ewigkeit — nein, in der Ewigkeit wird das Selbst geboren. Denn der echte Begriff der Ewigkeit bezieht sich gar nicht auf die Zeit, nicht auf einen Punkt der Zeit, sei es in ihrem Laufe, sei es für ihren vermeinten Ab-