Heft 
(1914) 2
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landen des Sees zur Halbinsel wurde. Slawische (wendische) Scherben beweisen, daß diese Insel schon in alter Zeit bewohnt war. Slawische Fischerfamilien hatten ihre Hütten dort einst gebaut. Von der Höhe führte der Weg auf einer natürlichen Landbrücke, die nur sehr schmal ist und sich zwischen Wummsee und Twernsee entlang zieht, weiter, bis wir an ihrer schmälsten Stelle wieder kurze Rast machten, um die Aussicht zu genießen. Die beiden Seen, Twern- und Wummsee, sind Zeugen der Gletschertätigkeit in der Eiszeit, die Landbrücke zwischen ihnen ist vom vordringenden Eise aufgetürmt. Wer in der Generalversammlung unseres Vereins den Vortrag des Herrn Apothekers Jaene aus Wittenberge über die Eiszeit hörte, dem werden noch mehr Beispiele von solcher Gletscher­tätigkeit in unserer Prignitz bekannt sein. Von dieser Landbrücke hat man die schönste Aussicht. Tief zu Füßen liegen beide Seen; uralte Bäume hängen ihre Zweige übers Wasser, die Wildente und der Taucher nur beleben die stille Wasserfläche, steil, fast schroff fällt das Gelände zu ihren Ufern ab. Bald aber hieß es sich von dem schönen Bilde trennen, und zu Wagen ging es ein kurzes Stück durch herrlichen, mit dichtem Unterholze bestandenen Kiefernwald, dann zwischen Wumm- und Kapellensee vorbei an der ehemaligen GlashütteGrüne Hütte" und schließlich am Ufer des Wummsees entlang zum Maronstein, der dem Oberförster Maron zu Ehren seinen Namen trägt. Die Fahrt am Seeufer war schön. Regungslos lag der See. Seine Wasserfläche blitzte zwischen dem dichten Laubwerk hindurch, und einsam zog ein Reiher über dem See und über unfern Wagen seine Kreise. Am Maronstein erwarteten uns die Zechliner Mitglieder unseres Vereins und Mitglieder des Zechliner Ortsvereins, unter ihnen die Herren Dr. Kaußmann, dem ein gut Teil des Gelingens des Ausflugs zu danken ist, Hegemeister Wagner, Hauptlehrer Bummers und Frau Baumeister Bislich. Zum Frühschoppen, der am Maronstein abgehalten werden sollte, fehlte bei dem kühlen Wetter die Stimmung, und bald führte Herr Hegemeister Wagner in freundlicher Weise den größten Teil der Gesellschaft zum Plötzensee, zu der Franzosenbuche und zu sonstigen bemerkenswerten Punkten. Ihm sei auch an dieser Stelle Dank gebracht für seine genußbietende Führung. In Zechlin wurde Mittag gegessen, und dann machten wir im Motorboot des Herrn Fischermeisters Rieck eine zweistündige Fahrt auf den Seen (Preis 60 Pfg. für die Person). Der Kleine Zechliner oder Schwarze See war bald durchfahren, ebenso der kurze Kanal, der ihn vom Großen Zechliner See trennt. Auf dessen Wasserfläche sollten wir bald ein reiches Vogelleben gewahren, wie es Wohl keiner unser Prignitzer Seen in gleichem Maße bietet. Eine Knäckente flog erst dicht vor dem Boote auf. (Eine solche im sogen. Hochzeitskleide befindet sich in unserm Museum und ist von Herrn Franz Scherz-Blumenthal geschenkt worden.) Fischreiher standen in Abständen am Ufer und zeigten keine Scheu vor dem herannahenden Boote. Dicht vor uns erst flogen sie auf, mit langen, mächtigen Flügelschlägen zur Höhe strebend. Ein Weibchen des großen Sägers saß am Ufer und flog, erschreckt durch unser Nahen, schnell davon. Der Große Zechliner See war bald durchquert. Vor der Einfahrt in den Kanal breitet sich links sumpfiges Gelände aus, mit dichtem Rohr bestanden und mannigfaltige Vogelarten hegend. Der Rohrspatz macht sich vor allen bemerkbar durch seine knarrende, lärmende Stimme. Ein Stück weiter dehnt sich auch zur Rechten des Kanals ein Rohrwald aus. Stolz schwamm ein Schwan auf der freien Wasserfläche am Rohr, und ein Reiher, ein sonderlich mächtiges, starkes Weibchen, stand dicht dabei, unbeweglich, auf Beute lauernd. Unter der Brücke hindurch, an alten Torfstichen entlang, trug uns dann das Boot auf den Zootzensee. Hier wurde uns eine große Ueberraschung: Eine Kolonie von großen Sägern, meist Weibchen, die nicht weit vom Ufer auf einem abgestorbenen Baumstamm saßen, stob auf, ein Teil ging zu Wasser, ein Teil flog davon. In unserm Museum kann ein Pärchen dieses außerordentlich scheuen Vogels in aller Muße betrachtet werden. Der Säger ist kein märkischer Vogel und eine Kolonie dieser Vögel ist eine Seltenheit, ein Naturdenkmal, das des Schutzes wert ist.