Heft 
(1915) 3
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Mitteilungen

des

Heimat- und Musemsvereins in Heiligengabe.

An unsere Mitglieder.

Unser Führer Paul Quente starb den heiligen Tod fürs Vaterland. Sein Werk aber, unser Heimatmuseum, dem nächst dem Vaterlande und den Menschen, die ihm am nächsten standen, die ganze Liebe seiner Seele bis zuletzt galt, muß weiterleben. Er trat ein mit seinem Leben für uns. Das Geringste, was wir ihm dafür tun können, ist, daß wir alle eintreten für das Fortbestehen seines Werkes. Treue um Treue. Dazu hat sich der bis auf 4 Mitglieder zusammengeschmolzene Vorstand, weil jetzt im Kriege keine General­versammlung möglich ist, vorläufig durch Zuwahl ergänzt; die freigewordenen Vorstandsplätze sollen vorläufig einnehmen

Herr Pfister, Heiligengrabe Herr Pastor Schmidt, Dahlhausen, und als vorläufiger Leiter der vorgeschichtlichen Abteilung Herr Pastor Klahre, Halenbeck.

Die Arbeit geht weiter, das beweist das Erscheinen dieses Heftes. Das baldige Erscheinen des nächsten ist gesichert. Dazu ist es aber nötig, daß die Mitglieder freundlichst ihre Jahresbeiträge einsenden an Frl. v. Goddenthow, Heiligen­grabe, worum hierdurch herzlich gebeten wird. Auch die Sammlung von Alter­tümern und die Ausgrabungen können und sollen sortgeführt werden. Auch hierbei werden die Mitglieder herzlich zur Mithilfe durch Ueberweisung von Ge­genständen und Nachweisung von Urnenfunden und alten Wohnplätzen aufge­rufen. Wenn alle treulich mithelfen, wird es gelingen, Paul Quentes Werk, das schönste Heimatmuseum unserer Mark, fortzuführen und aus der Höhe zu erhalten, und das sind wir ihm und unserer Prignitz schuldig.

Im Aufträge des Vorstandes.

Hans Klahre, Pfarrer.

Altgermanische Kulturhöhe.

Von Universitätsprofessor Dr. Gustav Kossinna, Berlin.

Der wahre Prüfstein für das Gold der Eigenbegabung eines jeden Volkes ist seine Vorgeschichte. Denn in der Vorzeit offenbart sich die früheste und ur­eigenste Art so rein und unverfälscht, wie es in keinem Zeitraum der Geschichte mehr möglich ist. Das gilt im besonderen auch für den unsrigen, den ganzen germanischen Völkerstamm. Wie viele große Epochen unserer Geschichte erlebten starke Beeinflussungen durch die südeuropäische Kultur ihrer eigenen Zeit oder des Altertums, oft so stark, daß wir dabei durch Hemmung unserer Eigenart weit mehr geschädigt als durch neue Anregung gefördert worden sind!