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verlange n. wünsche keine schriftliche Antwort von Ihnen. Es werden sich aber bald nach meinem Briefe: der Justizminister a. D. H. Uhden u. der Stifts Probst vom H. Grabe l). Snethlage bey Ihnen, als meine Bevollmächtigten zur definitiven Regelung der schwebenden Stifts Angelegenheiten melden. Ich ersuche Sie, denselben Ihre Entschlüsse anzukündigen. Beyde Herren sind für den erwünschten Fall Ihres Verbleibens im Amte sowohl als für den unerwünschten Ihres Ausscheidens mit Jnstrnczionen versehen. Im letzteren Fall haben sie den Auftrag, Ihre Resignazion sogleich entgegenzn- nehmen, auch die Vollmacht u. den Befehl unmittelbar zur Wiederbesetznng der Abtey zu schreiten u. zwar nach Befund der Umstände entweder 1) wegen des Extraordinären der Verhältnisse durch das extraordinäre Mittel einer Besetzung ans Königlicher Macht Vollkommenheit; oder 2) durch sofortige Neu Wahl oder aber 3) durch Einsetzung eines Vicariates. — Die Auslösung der milden Einrichtungen für Erziehungs- und Krankenpflege verbiethe ich.' Sollte, was ich nicht glauben mag, die Minorinn Grfn. Schlippenbach denselben ihre so erfreuliche u. gedeihliche Sorgfalt entziehen wollen, so werden die gen. Herrn mit discrezionarer Gewalt für deren Aufrechthaltnng n. für anderweitige Pflege sorgen. Ihnen aber gnädige Frau geb ich auf gedachte Minorinn daran zu erinnern, daß Gottesdienst u. Liebes Werke eitel sind ohne die Göttliche Liebe die im Glauben einigt u. nicht um Glauben trennt, ohne die Liebe, die ansharret bis ans Ende.
Zuletzt will ich noch Bedenken überwinden, die ich über eine Mittheilnng an Sie hegte. Vielleicht ruht ein Seegen darauf durch die Aussicht die ich Ihnen gebe: daß Anordnungen welche ich einleite, Ihrem gläubigen, geduldigen Ansharren, vielleicht bald tröstliche Erquickung biethen dürften. Meine Absicht ist, die landesherrl. Consistorien in Zwey Abtheilnngen zu organisieren, eine für das Augsburger, eiue für das Heidelberger Bekenntnis. Ich will mit Gottes Hülfe im Sinne und Absicht des verklärten Vaters fortbanend, die Welt- u. Kirchenhistorisch so wichtige Evangelische Union durch Stärkung des Positiven in ihren Bestandtheilen kräftigen, gesunden u. fruchtbar machen. Ob mir das unter so schwierigen Umstünden gelingt, steht allerdings in Gottes Hand u. Fürsehung. Ich gehe nur mit redlichstem Willen ans Werk.
Ich brauche Wohl nicht hinzu zusetzen, daß Sie sich in Allem was Sie im Geiste christlich - einigender Liebe unternehmen wollen, meines kräftigen Schutzes, meines thätigen Beyfalls zu versehen haben. Ich empfehle Ihnen jetzt den Inhalt dieses Briefes, meine Bevollmächtigten und deren Aufträge auf das allerwärmste. Gedenken Sie öfters bey Ihrer Amtsführung, in Ihrem Herzen, in Ihrem Gebete der Königinn, der treuen Theilnehmerinn an Ihrem und des Stiftes Leiden und Freuden und meiner
der verehrten Frau Aebtissinn
ergebener Diener und Freund