Heft 
(1897) 06
Seite
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Weber Land und Weer,

gerudert, huschen über die spiegelnde Fläche, und gewandte Schlittschuhläufer gleiten darüber, wenn winterlicher Frost den See in Banden geschlagen aber ehedem schirmten die Fluten den Felsenhorst, dessen Kamm nur gegen Norden mit dem Lande zusammenhing.

Vermutlich war schon in grauer Vorzeit aus der un- erklimmbaren Höhe ein fester Zufluchtsort für die Bewohner der Umgebung geschaffen. Doch wissen wir nichts darüber,

starben, ein Zweig der Familie gewesen sein, und auch das vor wenigen Jahren erloschene Geschlecht der Grafen von Burghauß in Schlesien wollte seinen Ursprung daher ableiten. Nach dem Abgänge der Grafen von Burghausen fiel ihr Erbe an die bayrischen Herzoge. Als deren Gebiet, etwa ein Jahrhundert später, in Ober- und Niederbayern geteilt wurde, wählten die niederbayrischen Herzoge neben der Trausnitz ober Landshut auch Burghauseu zur Residenz.

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Häusergruvpe an der Salzach mit dem

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südlichen Teil der Burg.

und das Licht der Geschichte fällt zum erstenmal aus die Stätte, nachdem sich im elften Jahrhundert ein edles, mächtiges Geschlecht hier eine Burg gebaut hatte. Nach seinen Besitzungeil trug es den Namen von Burghausen und Schala (dieses ini heutigen Oberösterreich). Sein letzter Sprosse starb im Jahre 1164; aber der Sage nach sollen die einstigeilHerren von Bern und Vicenz" (d. i. Verona und Vicenza), die berühmten Herren de la Scala, deren letzte Nachkommen vor 300 Jahren als bayrische Landedelleute

Währeiid zweiundeinhalb Jahrhunderten hielten sie hier, abwechselnd mit der Burg an der Isar, ihren glänzenden Hof und verwahrten in den sicheren Gewölben ihre reichen Schätze; denn die niederbayrischen Fürsten liebten den Prunk, verstanden jedoch noch weit mehr klug zu wirtschaften, so daß sie eine Seltenheit bei Herrschern jener Tage große Reichtümer zu sammeln vermochten.

Namentlich von den drei letzten Herzogen der Linie, Heinrich, Ludwig und Georg, gilt dieser Ruhm, und