Heft 
(1.1.2019) 12
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vr. I. Steinbeck.

Schloß Otto Heinrichs nach einem Stiche vom Jahre l.620.

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für einen Bürgerlichen 10 Krenzer, für einen

Adligen 1 Gulden. 3 Kreuzer reichten in der

ersten Zeit für wöchentliches Kostgeld eines Studenten aus.

Man hätte nun annehmen sollen, daß der Stadt Heidelberg die Einrichtung einer so stark frequentirten Hochschule höchst willkommen gewesen wäre; dem war aber durchaus nicht so. denn sonst hätte Ruprecht I., der Stifter, wohl nicht bei Ver­lust seiner Gnade und 60 Gulden Strafe und

Schadenersatz den Bürgern zu verbieten brauchen, daß sie den Studenten Gewalt zufügten. Auch

wäre die Vorsicht unnütz gewesen, den Magistrat alljährlich schwören zu lassen, daß er die Rechte der Universität nicht antasten wolle. Trotzdem brachen bald genug Unruhen aus, deren Spitze sich gegen die Studenten richtete. So hören wir von einem Studentenkriege" vom Jahre 1406, den Kaiser Ruprecht persönlich stillte. Die Universität erhielt Genugthnung, jeder Angriff auf einen Studenten wurde mit Todesstrafe bedroht. Und doch mögen die Herren Studirenden oft genug die Provociren- den gewesen sein, wie man daraus schließen darf, daß sie ungefähr zur selben Zeit durch kurfürstlichen Erlaß ermahnt wurden, nicht in die Gärten oder Weinberge der Bürger einzubrechen. Auch Pfalz­graf Otto Heinrich hielt noch für nöthig, ihnen zu gebieten:Keine Thüren zu erbrechen, nicht auf die kurfürstliche Jagd zu gehen, keine Fenster ein­zuwerfen, keine Thüren und Oefen zu zerbrechen, und wenn sie es doch gethan, sie wieder machen zu lassen."

Die folgenden Kur­fürsten sorgten nach Kräften für die mate­rielle Förderung der Universität. Ruprechtll. verfiel auf das origi­nelle, dem Geiste der Zeit nicht fremde Mit­tel, seinen Professoren angemessene Wohnun­gen dadurch zu ver­schaffen, daß er die von seinem Vorgänger anf- genommenen Juden aus Heidelberg wieder ver­trieb und ihre Häuser jenen überwies. Eines davon wurde auch zu einerbnr8a" oder Wohnung für arme Studenten bestimmt und ist später zum Vor­bilde für drei andere geworden.

Wie verhielt sich nun eorpns aeaäsinienni gegenüber dieser landesvüterlichen Fürsorge und Huld? Nicht besonders dankbar. Daß die Lehr­methode von Anfang an eine streng scholastische war, darf uns bei dem kirchlichen Charakter der Univer­sität nicht wundern; erst unter Friedrich I. wurde den beiden Hauptrichtungen der Scholastik, dem Nominalismus und dem Realismus, die gleiche Berechtigung nebeneinander eingeräumt. Aber auch später verschlossen sich die Professoren ängstlich und engherzig jeder freieren Neuerung und während vom Schlosse herab, wo Philipp der Aufrichtige (1476 1508) die hervorragendsten Vertheidiger der neueren humanistischen Richtung, einen Dalberg, Agrieola, Renchlin, Celtes u. A. um sich ver­sammelte, der neue Geist ungestüm an das ver­schlossene Thor der Universität pochte, waren deren Mitglieder ängstlich und eifersüchtig ans Ver- theidignng ihrer Privilegien gegen Stadt und Staat bedacht. Das wurde anders, als Otto Hein­rich (15561559) zur Regierung kam. Der war ganz der Mann dazu, dem Geist der neuen Zeit in Religion, Kunst und Wissenschaft zum Durch­bruch zu verhelfen. Er selbst ein Gelehrter und Schriftsteller, ein Freund Fngger's, ein Gönner Bischer, Behaims, sprach den Entschluß ans:Die Universität wieder empor zu bringen, und wenn es ihm auch den letzten Heller kosten sollte." Nur drei Jahre waren ihm zur Regierung in der Rheinpfalz vergönnt, sie genügten zur vollständigen Reformation von Kirche und Schule, wie zur Be­gründung zweier Denkmäler, die seinem Namen aus