Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
676
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676 Durch Kampf zum Frieden.

waffneten Friedens; im Rate mehrte ſich die Partei, die ein Nachgeben befürwortete. In Franken trat das Gerücht immer beſtimmter auf, daß die Getreidevorräte der Stadt erſchöpft wären und daß die fränkiſchen Fürſten ſich verpflichtet hätten, nach der neuen Ernte Lieferungen aus ihren Gebieten für Nürnberg zu verhindern; man ſagte daß die Kaufleute und Handwerker in Nürnberg des heimlichen unblutigen Krieges, der fie doch ſo empfindlich ſchädigte,ganz müde wären.)

Das Gericht des Kaiſers, das Nürnberger Landgericht, die heimlichen Gerichte in Weſtfalen und die geiſtlichen Ge­richte hörten nicht auf die Städte wegen der von ihnen im Kriege verübten Beſchädigungen vorzuladen und Urteile gegen ſie zu erlaſſen. Gar manche Stadt dachte wie Wörth, daß ſie jetztin ſchwereren Sorgen ſitze, dann ſie in dem Kriege je geſeſſen ſeien.)

Auch die anderen fränkiſchen Reichsſtädte litten unter der Ungunſt der Fürſten . Der Biſchof von Eichſtätt hatte über Weißenburg wegen der Zerſtörung des Kloſters Wilz­burg) das Interdikt verhängt. Freilich hatte der Papſt den Biſchof aufgefordert, das Interdikt vorläufig aufzuheben; aber bei dem Legaten Cuſa hatte der Eichſtätter ſogar eine Verſchärfung ſeiner Zenſuren durchgeſetzt. Den Dechanten von Eichſtätt beauftragte Cuſa mit der Entſcheidung des Streites, wies ihn an, das weltliche Schwert gegen die Stadt anzurufen,) wenn fie in ihrem Ungehorſame verharren würde.

In Kraft der heiligen Obedienz und bei dem Banne verbot der Dechant den Karmelitern in Weißenburg , die ſich

1) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung uſw., S. 283308. Die Hem­mung des Verkehrs in Süddeutſchland durch den Krieg und durch die ſpäteren Streitigkeiten beleuchten grell die Akten im Frankfurter St.⸗A., Fasc. 59, Nr. 4504, S. 130.

2) Nördlinger St.⸗A., 1450, Nr. 265, 12.

3) Val. oben S. 497.

4) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXI, S. 278.