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In einer mißmutigen Stunde hat Aeneas Silvius von den Fürſten ſeiner Zeit geſagt:„Wenn ſie lieber Pferde und Hunde haben wollen, als Dichter, werden ſie auch ruhmlos wie Pferde und Hunde hinſterben.“
Die Geſchichte dieſer Zeit und dieſer Fürſten blieb, gleich als wenn dieſer Fluch gewirkt hätte, lange terra incognita. Erſt die zweite Hälfte des XIX. Jahrhunderts hat den Bann gebrochen. In dem bisher unwegſamen Gelände hat die Schilderung der Geſchichte des deutſchen Reiches, einzelner deutſcher Staaten und manche fleißige Arbeit breite Wege gebahnt.
Kaiſer Friedrich IV., Aeneas Silvius, Ludwig der Reiche, Georg Podiebrad, Friedrich der Siegreiche, Diether von Yſenburg fanden ihre Biographen.
Faſt alle Hiſtoriker, die ſich mit dieſer Zeit beſchäftigt haben, nennen als ihren bedeutendſten Fürſten den Markgrafen Albrecht von Brandenburg.
„Solange ich lebe habe ich ſtets gehört, Euer Gnaden ſei der abenteuerlichſte Fürſt unter allen die jetzt leben,“ ſo ſchrieb der Ritter Hans Schönſteiner dem Markgrafen. Geſchichte und Sage hat dieſes Fürſten Taten und Streiche im Gedenken des deutſchen Volkes nie in Vergeſſenheit geraten laſſen.
Selbſt wenn Albrecht nicht der Ahnherr deutſcher Kaiſer, nicht„der würdige Stammvater des kriegeriſchen brandenburgiſchen Hauſes“ wäre, wie Ranke ihn nennt, ſo bliebe doch die Lebensbeſchreibung dieſes nie verzagten frohgemuten Fürſten eine lockende Aufgabe.