678 Durch Kampf zum Frieden.
Am längſten wohl doch nicht allein litten die Weißenburger unter den Verfolgungen ihrer früheren Gegner, die mit dem Krummſtabe faſt noch beſſer als mit dem Schwerte zu treffen wußten. Auch die Bürger von Wörth und Giengen waren von den geiſtlichen Gerichten wegen Zerſtörung kirchlichen Eigentums in„große Schmach und Kummer“ gebracht worden,) wurden„ſchmählicher denn Heiden und Juden gehalten“.“)
Selbſt die größeren Städte wie Ulm , Nördlingen , Dinkelsbühl , Rothenburg hatten Mühe, die Schadenerſatzanſprüche der geiſtlichen Herren zurückzuweiſen.
Nürnbergs Altbürgermeiſter Muffel hatte König Frie drich nach Rom begleitet;) er hatte gemeint, dort mit 700 Gulden Dispens für die während des Krieges vorgekommenen Kirchenbeſchädigungen erhalten zu können.
Eine weit höhere Summe forderte die Kurie,“ aber obgleich die Städte von dem ihnen gewährten Zahlungsaufſchube keinen Gebrauch zu machen verſprachen, die geiſtlichen Gerichte hoben die Strafen nicht auf.
Die fränkiſchen Städte vor allem beſtürmten den Bund ſich mit dem Papſte zu einigen und ſelbſt 2000 Dukaten zu bezahlen; e) nur allzu gut wußten fie, daß nach der Rückkehr des Kaiſers aus Rom , dem der Papſt die Unterſuchung der Klagen zu übertragen verſprochen hatte, die Erledigung der Angelegenheit dem Bunde noch viel teuerer zu ſtehen kommen würde.“)
1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1452, Nr. 55.
2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1452, Nr. 30.
3) Städte⸗Chron. XI, S. 747748.
4) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten v. J. 1452, Nr. 159.
5) Nördlinger St.⸗A., 1452, Nr. 55.
o) Nördlinger St.⸗A., Nr. 56. Erſt am 29. September 1453 hob der Papſt alle Strafen, auch das Interdikt für zwei Jahre auf und verlängerte dann auf Bitten der Städte die Aufhebung auf weitere zehn Jahre. Reg. der hiſtor. Kommiſſion München aus dem Vatikan . Archiv.