Durch Kampf zum Frieden. 681
Dieſer Kirchenfürſt hatte auf dem Tage überhaupt einen recht ſchwierigen Stand, doch hielt er ſich mit bemerkenswerter Geſchicklichkeit. Kein Fürſt war beſſer von dem Hader und Zwiſte unterrichtet, der im Städtebunde ſein Haupt erhoben hatte, keiner kannte genauer die Gründe, die eine Erneuerung des im April abgelaufenen großen Städtebündniſſes hinderten. Mehr als einmal hatte er den Städtebund aufgefordert, ihn„ohne länger Verziehen wiſſen zu laſſen, weſſen er ſich zu den Städten verſehen ſolle“.) Jetzt änderte er ſeine Politik freiwillig, bevor die Verhältniſſe ihn dazu zwangen.;
Ohne Wiſſen der Reichsſtädte hatte er ſich im Mai mit Albrecht ausgeſöhnt und verſprochen, ihn„mit Treuen zu fördern“.)
Die ahnungsloſen Nürnberger glaubten ſicher, daß der Biſchof für fie beim Könige ſpräche,) aber auch Dr. Knorr gab ihm das Zeugnis, daß„er ſich merklich in den Sachen gezeigt und gar wohl gehalten hätte“.“
Ohne Rückhalt ſtellten ſich dagegen der Bruder des Königs Herzog Albrecht und Ulrich von Eizinger auf die Seite ihres alten Verbündeten; weder Bitten noch ernſtliche Vorſtellung ſparten ſie, um den König für Albrecht zu gewinnen.“)
Solche Unterſtützung machte die markgräflichen Boten ſicher. Überall erzählten ſie von der mißlichen Lage Nürn
1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, I, 2.
2) Würzburger Kr.⸗A., Würzburger Urkd. S. 371. Der Vertrag ſollte vorläufig bis 15. Juni 1452 Gültigkeit haben. Schon am 22. März hatte ſich der Biſchof mit dem alten Freunde Albrechts, dem Landgrafen Ludwig von Heſſen verbündet. Reg. der hiſtor. Kommiſſion München .
3) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgr. Krieges. Die Nürnberger berichteten, der Biſchof habe dem Könige geſagt, die Nürn berger hätten ſich während der gütlichen Verhandlungen„glimpflich erboten“, die Markgräflichen dagegen„ſich ſtreng erzeigt“.
) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 158.
5) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 158.