Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
685
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Durch Kampf zum Frieden. 685

Nur außerordentlich dringender Sachen halber hätte er die Entſcheidung jetzt zum letzten Male verſchoben.

Die Städteboten antworteten, daß ſie an des Königs per­ſönlicher Geneigtheit nie gezweifelt hätten, doch hätten ſie nicht erwartet, daß er ſich durch den Rat der Fürſten ſo beeinfluſſen laſſen würde.

Sie verſprachen jedoch bei dem Rate Nürnbergs den guten Willen des Königs zu rühmen. b

Von allen deutſchen Fürſten mußte der Biſchof von Würzburg am meiſten eine Verſöhnung der Parteien wünſchen, die ſeiner zweideutigen Lage ein Ende gemacht hätte.

Sein unermüdlicher Eifer, zwiſchen den Parteien zu ver­mitteln, iſt wohl erklärlich: ſeine Rolle wurde ihm weſentlich dadurch erleichtert, daß er durch ſein offenes Bündnis mit den Städten und ſein heimliches mit Albrecht das Vertrauen beider Parteien beſaß.

Am 28. September traf er in Herzogenaurach mit den Nürnberger Boten zuſammen, mit denen er bereits am Hofe ſo eifrig verhandelt hatte.

Aber da dieſe Boten unerſchütterlich auf ihrem Stand­punkte verharrten, ſo begann der Biſchof über ihre Köpfe hin­weg direkt mit dem Nürnberger Rat zu verhandeln,) in dem auch die Friedenspartei zum Worte kommen konnte.

Wohl einigte ſich der Biſchof mit dem Rate über alle Ein­zelheiten des Friedensvertrages; nur eine Entſchädigungs­ſumme an Albrecht zu zahlen, lehnte auch der Rat ab.

In heimlicher unverbindlicher Verhandlung wurde dem Biſchofe angedeutet, daß der Rat bereit wäre, um den Streit aus der Welt zu ſchaffen, dem Markgrafen eine jährliche Leib­rente von 2000 fl. zu zahlen, ſowie alle Leibrenten, die Al­brecht und ſein Bruder Johann an Nürnberger zu zahlen hätten, abzulöſen.)

1) Nürnberger Kr.⸗A., Beſchreibung des markgräflichen Krieges, S. 279287.

2) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 343 359,