Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
697
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Durch Kampf zum Frieden. 697

Münchener Herzog nach ſeiner Gewohnheit eine ausweichende Antwort.)| f

Bevor er ſich entſchließen könnte, müßte er ſich mit Her­zog Ludwig perſönlich beraten, ſo erklärte er. 5

Mit dieſem Beſcheide kehrten die Räte nach Regensburg zurück. Auch dort ging nicht alles nach des Markgrafen Wün­ſchen.

Wie ſich Albrecht in den letzten Jahren durch Schlichtung von Streitigkeiten unter den Fürſten viele Freunde gemacht hatte, ſo hatte er auch als Vermittler in einem kirchlichen Streite ſich beiden Parteien, der einen als treuer Freund, der anderen als gehorſamer Sohn empfehlen wollen.

Seitdem das Schisma beſeitigt war und das Konzil ſich aufgelöſt hatte, begann die Kirche mit immer wachſender Ener­gie den Kampf gegen den böhmiſchen Huſſitismus.

Aber die Lehre des Huß war in Böhmen zu tief einge­wurzelt, als daß des Cuſa kluge Reden, des Capriſtan harte Scheltworte ſie hätten ausroden können.

Mit Unwillen ſahen die Huſſiten, daß die Gültigkeit der auf dem Baſeler Konzile ihnen zugeſtandenen Kompaktaten von der Kirche auf das Neue beſtritten wurde.

Georg Podiebrad ſandte an ſeinen Bündner Markgraf Albrecht eine Geſandtſchaft, die ſich über dieſe neuerlichen An­griffe beſchweren ſollte. Die Geſandtſchaft traf den Markgrafen mit ſeiner eigenen Sache dringend beſchäftigt in Lauf.) Das hinderte Albrecht nicht, ſich ſofort ſeinen Freunden zur Ver­fügung zu ſtellen. ö

Er ehrte Herzog Ludwig, indem er ihn um ſeinen Bei­ſtand in dieſer wichtigen Angelegenheit erſuchte,) dann ritt er nach Abbruch der Verhandlung mit Nürnberg zum Kardinal Euſa, der ſich gerade damals im Kloſter Heilsbronn aufhielt.

) K. B. Reichsarchiv, Fürſtentom X, S. 64. 2) Palacky, Geſch. v. Böhmen , IVa, S. 291. 2) K. B. Reichsarchiv, Fürſtenſachen XXV. S. 261.