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Di folgende Mittheilung beſteht theils in dem Abdruck von vier gleichzeitigen Actenſtücken des Geheimen Haus-, Hof und StaatsArchives zu Wien, welche den Uebergang der Mark Branden— burg an die Luremburgiſche Dynaſtie betreffen; theils in dem Abdruck einer eben darauf bezüglichen Urkunde des Churfürſten Otto des Baiern, deren Original dem Königl. Sächſiſchen Geheimen Staats⸗Archive int Dresden) angehört.
Kaiſer Karl IV., unabläſſig bemüht, die Macht ſeines Hauſes und der Krone Böhmen zu vergrößern und namentlich über die Mark Brandenburg auszudehnen, hatte ſchon ſeit dem Luckauer Vertrage, worin am Chriſtabend d. J. 1351 die Gebrüder Ludwig der Aeltere, Ludwig der Römer und der noch unmündige Otto ſich in den Beſitz von Oberbaiern und der Mark Brandenburg, unter Vorbehalt des gegenſeitigen Erbrechtes theilten, das? Verhältniß dieſer Brüder ſowohl untereinander, als zu ihm ſelbſt zum Gegenſiande feiner beſondern Aufmerkſamkeit gemacht. Die jüngern, in den Beſitz der Mark Brandenburg gelangten Brüder durch ſcheinbar uneigennützige Handlungen zu begünſtigen, beſonders auf Koſten des ältern Bruders; Zwietracht und feindliche Trennung zwiſchen ihnen und dieſem Bruder herbeizuführen und dadurch die Aufhebung des vorbe— haltenen Erbrechtes zu erwirken, erſcheint als Grundlage des von dem Kaiſer in dieſer Beziehung verfolgten politiſchen Syſtemes.