Druckschrift 
Die Erwerbung der Mark Brandenburg durch das Luxemburgsche Haus : Eine Denkschrift zur Feier des 24sten März 1840 Seiner Excellenz dem Königlichen Wirklichen Geheimen Staats- und Justiz-Minister [et]c. Herrn von Kamptz ehrerbietigst dargebracht / von dem Vereine für Geschichte der Mark Brandenburg. [Adolph Friedrich Riedel]
Entstehung
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Di folgende Mittheilung beſteht theils in dem Abdruck von vier gleichzeitigen Actenſtücken des Geheimen Haus-, Hof und Staats­Archives zu Wien, welche den Uebergang der Mark Branden burg an die Luremburgiſche Dynaſtie betreffen; theils in dem Abdruck einer eben darauf bezüglichen Urkunde des Churfürſten Otto des Baiern, deren Original dem Königl. Sächſiſchen Ge­heimen Staats⸗Archive int Dresden) angehört.

Kaiſer Karl IV., unabläſſig bemüht, die Macht ſeines Hauſes und der Krone Böhmen zu vergrößern und namentlich über die Mark Brandenburg auszudehnen, hatte ſchon ſeit dem Luckauer Vertrage, worin am Chriſtabend d. J. 1351 die Gebrüder Ludwig der Aeltere, Ludwig der Römer und der noch unmün­dige Otto ſich in den Beſitz von Oberbaiern und der Mark Brandenburg, unter Vorbehalt des gegenſeitigen Erbrechtes theilten, das? Verhältniß dieſer Brüder ſowohl untereinander, als zu ihm ſelbſt zum Gegenſiande feiner beſondern Aufmerk­ſamkeit gemacht. Die jüngern, in den Beſitz der Mark Bran­denburg gelangten Brüder durch ſcheinbar uneigennützige Hand­lungen zu begünſtigen, beſonders auf Koſten des ältern Bruders; Zwietracht und feindliche Trennung zwiſchen ihnen und dieſem Bruder herbeizuführen und dadurch die Aufhebung des vorbe haltenen Erbrechtes zu erwirken, erſcheint als Grundlage des von dem Kaiſer in dieſer Beziehung verfolgten politiſchen Syſtemes.