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Geschichte der Reformation in der Mark Brandenburg / Adolph Müller
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obwohl dieſelben an ſich die Seligkeit nicht bewirken koͤnnten. Die einzelnen Abſchnitte oder Artikel dieſes erſten Theils folgen ſo aufeinander: von der Lehre, vom alten und neuen Teſtament, von der rechten chriſtlichen Buße, von der chriſtlichen Beichte, vom Geſetz, vom Evangelio, vom Kreuz und Leiden, vom chriſt­lichen Gebet, vom freien Willen, von chriſtlicher Freiheit. In der Vorrede zu dieſem Theile ſpricht der Kurfuͤrſt von der großen Verderbtheit, in welcher ſich die Kirche befinde, und von der Hoff nung, die er bis dahin vergeblich gehegt habe, daß der Kaiſer eine allgemeine Kirchenverſammlung zu Stande bringen, und da durch das furchtbare Uebel heben würde, daß dies aber nicht ges ſchehen ſei, auch nicht laͤnger erwartet werden koͤnne und daß er daher zu ſeinem eignen und zu ſeiner Unterthanen Heil und Seligkeit dieſe Kirchenordnung verfaßt habe, damit die reine Lehre des Evangeliums hergeſtellt, die ſchrecklichen Mißbraͤuche und Irrthuͤmer abgeſchafft und eine allgemeine Regel fuͤr den Gottesdienſt gegeben werde. Dieſer Vorrede ſchließt ſich eine Verordnung an die Prediger an, daß ſie ausſchließlich nach dem Worte Gottes predigen und lehren, und ſich einer wahrhaft chriſtlichen Methode dabei bedienen ſollen.

In der Vorrede zu dem Catechismus wird geſagt:Die weil der groͤſſeſt fleis an dem(als das furnemeſt) bei euch (Pfarrherrn, Kirchendienern) allenthalben ſein ſoll, Das Gottes heilſamer name warhafftig erkand, gepreiſet, vnd der rechte Got tesdienſt rechtſchaffen geleret vnd gefördert werde, Auff das Gott ſeinen grimmigen(doch von vns wol verdienten billigen) zorn, den er gar bald(als zu furchten) vber vns ausſchuͤtten wird, abwende vnd gnedig wehre, Denn wir gantz vndankbare kinder find, vnd des groſſen theuren ſchatzes, feines göttlichen worts gar wenig mit ernſt zu hertzen nemen, Sondern Gott vnd ſein troͤſt lichs Evangelium mit verachtung mißbrauchen, Ja auch wol dazu erger denn die vnglaubigen ſo von jm nichts wiſſen, verfolgen, vnd faſt dermaſſen vns erzeigen, als bei denen wenig beſſerung zuuerhoffen, die Gott widerſtreben vnd von ſich ſtoſſen, auch jr hertz vnd oren gar verſtopfen, das fie die heilſame lere des Goͤtt­lichen willens troͤſtliche Vaterliche vnd hertzliche ermanung vnd zuſage nicht hören, vnd viel weniger annemen wollen.